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Gerade jetzt im Sommer braucht die Haut (zumindest meine - ich tendiere zu trockener Haut, leider aber auch zu Unreinheiten und Entzündungen) viel Feuchtigkeit und gern auch genug Pflege, ohne aber schwer aufzuliegen oder die Hitze zu stauen.

Lange habe ich daher nach einem Emulgator gesucht, der nicht komedogen ist und meine zickige Gesichtshaut nicht zusätzlich irritiert; im Gesicht vertrage ich persönlich nämlich weder Lame noch Emulsan, auch nicht Wollwachs, Xyliance oder Tego. Nachdem ich einiges Positives über Montanov 68 gelesen hatte, versuchte ich vor einigen Wochen zum ersten Mal mein Glück, ohne mir allzu viel zu erhoffen; aber siehe da: das geht tatsächlich gut! Der Emulgator in Form weiß-transparenter Perlen hat überhaupt ganz tolle Eigenschaften. Er ist biologisch abbaubar (BDIH- und ecocert-konform), braucht keine weiteren Co-Emulgatoren oder Konsistenzgeber und erlaubt die Herstellung von Cremes, die sich luxuriös "sahnig" und reichhaltig anfühlen, aber dennoch leicht sind, gut einziehen und ein zartes Hautgefühl hinterlassen.

Montanov 68 ist im Prinzip sehr einfach zu verarbeiten, es gibt nur drei Punkte, die man beachten muss - erstens sollte die Temperatur von Wasser- und Fettphase ca. 80 Grad Celsius betragen und zweitens braucht man zum Rühren schon ein Gerät mit genug Wumms respektive Umdrehungen - es empfiehlt sich ein ordentlicher Stabmixer, optimalerweise mit einer Quirlscheibe, wie man sie etwa zur Erzeugung von Mayonnaise benötigt. Und schließlich soll man eine Montanov-Emulsion beim Rühren nicht ins kalte Wasserbad stellen, um sie rascher abzukühlen. Ein bisschen Geduld ist hier also gefragt, aber sie lohnt sich definitiv.

Beim Rühren selber habe ich die Erfahrung gemacht, dass es am sinnvollsten ist, die Wasserphase am Stück zur Fettphase zu geben, das ganze dann ca. 2, 3 Minuten mit dem Stabmixer hochtourig zu emulgieren und anschließend händisch weiterzurühren, bis die Creme auf Handwärme abgekühlt ist und die Wirkstoffe zugegeben werden können.

Bei dem Rezept meiner Tagescreme waren nun folgende Überlegungen im Spiel: sie soll meine Haut mit extra Feuchtigkeit versorgen und von den eingesetzten Ölen her leicht, aber reichhaltig genug sein. Die Öle und Wirkstoffe könnt ihr natürlich beliebig austauschen; als Konservierung kam bei mir Weingeist mit 96 Vol. % zum Einsatz, wer das nicht verträgt, greift bitte zu einem Konservierer seines Vertrauens in der notwendigen Einsatzkonzentration.

Meine Creme geht so:

I. Fettphase:

  • 8 g Aprikosenkernöl kaltgepresst/bio
  • 2 g Klettenwurzelöl (Mazerat in Sojaöl)
  • 2,5 g Sheabutter unraffiniert weiß/fest, ökol. Anbau
  • 2,5 g Montanov

II. Wasserphase:

  • 31 g Rosenwasser
  • 4 g Weingeist 96 Vol %

III. Wirkstoffe:

1 Msp. Allantoin, gelöst in der warmen Wasserphase, 4 Tropfen Seidenprotein, 4 Tropfen Aloe Vera 10-fach, 4 Tropfen D-Panthenol, je 1 Tropfen Lavendel fein, Ylang Ylang Complete, Cananga und Elemi.

Aprikosenkernöl ist, insbesondere in kaltgepresster Qualität, eine wirkliche Wohltat. Es ist recht eng mit dem altbewährten Mandelöl verwandt, hat keinen nennenswerten Eigengeruch und ergibt wunderschöne, weiche Cremes. Vorsicht bei einer bekannten Nussallergie. Klettenwurzelöl, ein Mazerat der Klettenwurzel meist in Sojaöl, ist eine feine Sache bei empfindlicher Haut, ich habe gerade bei Entzündungen und Juckreiz beste Erfahrungen damit gemacht. Man kann das Mazerat selbst herstellen, in meinem Fall ist es diesmal gekauft. Sheabutter ist ein absolut wunderbarer Rohstoff, der in Emulsionen sehr pflegend wirkt, ohne sie schwer und fettig zu machen und, anders als Kakaobutter, die ich in Formulierungen für Hände, Körper und Füße liebe, auch nicht komedogen ist. Shea gibt es in den unterschiedlichsten Qualitäten zu kaufen. Sie hat in völlig unraffiniertem Zustand einen recht eigenwilligen Eigengeruch, der nicht jeder Nase gefällt. Wer es neutral mag, greift am besten zu einer weißen/festen Variante; im Zweifelsfall sollte man beim Rohstoffhändler nachfragen.

Rosenwasser ist der Allrounder schlechthin - es ist für alle Hauttypen geeignet, duftet einfach wunderbar und wirkt pflegend, hautberuhigend und tonisierend.

Allantoin und D-Panthenol sind für mich Allround-Wirkstoffe, die ich so ziemlich jeder Creme zugebe. Allantoin wird eine zellregenerierende, entzündungshemmende, hautberuhigende Wirkung nachgesagt, D-Panthenol steigert das Feuchthaltevermögen der Haut, ist sogar wundheilungsfördernd und kann ohne Bedenken gerade bei empfindlicher Haut eingesetzt werden. Aloe Vera 10-fach Konzentrat ist ein wunderbarer Wirkstoff für feuchtigkeitsarme, irritierte Haut. Seidenprotein wirkt ebenfalls feuchtigkeitsspendend, es sorgt in der Creme außerdem für ein luxuriöses, seidiges Gefühl beim Auftragen. Die Kombination der ätherischen Öle ergibt einen für meine Nase wunderschönen Duft (ich nenne ihn "Natur-Nivea") - daneben haben sie auch alle unterm Strich eine hautberuhigende, feuchtigkeitsspendende Wirkung. (Über ätherische Öle und ihre Wirkungsweise möchte ich mich hier mangels Ausbildung aber nicht ausbreiten, ich weiß nur, was ich mir selber angelesen habe und gehe außerdem der Nase nach - bitte fragt bei näherem Interesse Google und/oder einen Aromatherapeuten eures Vertrauens!)

 

[wie immer möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin noch Chemikerin oder Kosmetikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

Mit dem Wollwachsalkohol, dem Unverseifbaren des Wollwachses (Lanolin), haben wir einen ganz besonderen Emulgator vor uns, der uns erlaubt, eine Wasser-in-Öl-Emulsion ganz ohne technische Hilfsmittel herzustellen.

Der Rohstoff wird in Form von kleinen, weiß-gelblichen Pastillen angeboten und hat eine Reihe von wunderschönen Eigenschaften - er ist ein natürlicher Rohstoff, daneben (zumindest für meine Nase) ohne Eigengeruch, hat (wie das Lanolin - aber ohne dessen klebrige Haptik) eine ausgesprochen pflegende und rückfettende Wirkung und wirkt bei angegriffener Haut oft wahre Wunder. Ich setze ihn gern für richtig dicke Hand- und Fußcremes ein, eben überall dort, wo ich die volle Pflegepackung benötige.

mein Basisrezept für die Wollwachscreme (das ich vor einigen Jahren einmal fotografisch dokumentiert habe, daher bitte nicht über die MHDs auf den Verpackungen wundern...) besteht aus:

Fettphase:

  • 20 g Öl (zum Beispiel Mandelöl)
  • 5 g Wirkstofföl (zum Beispiel Schafgarben-, Rosen- oder Lavendelmazerat)
  • 2 g Sheabutter (oder Kakaobutter)
  • 1 g Wachs (zum Beispiel Bienenwachs, oder auch Rosen-, Jasmin-, Mimosenwachs, die diese Creme dann zu einem duftenden Luxusprodukt machen - in diesem Fall hatte ich das blumig duftende Mimosenwachs verwendet.)
  • 5 g Wollwachsalkohol

Wasserphase:

  • 30 g destilliertes Wasser oder Hydrolat - hier 26 g Rosenwasser und 4 g 96%iger Weingeist zur Konservierung
  • 1 Msp. Allantoin, falls erwünscht

Wirkstoffphase (je nach Gusto, Einsatzgebiet und Verfügbarkeit):

  • 7 Tropfen D-Panthenol
  • 1 ML Calendula-, Schafgarben- oder Kamillenextrakt
  • bis zu 4 Tropfen ätherische Öle (in diesem Fall waren es 2 Tropfen Rose absolue und 1 Tropfen Magnolie

und so einfach gehts - Schritt für Schritt:

alle Zutaten abwiegen und bereitstellen..
... Öle, Butter, Wachs und Wollwachsalkohol sowie das Wasser/Rosenwasser mit dem Allantoin in separaten Gefäßen im Wasserbad erwärmen, bis die Fettphase klar aufgeschmolzen ist ...
... Wasserphase unter ständigem Rühren in kleinen Portionen in die Fettphase einarbeiten ...
... *sanft* und geduldig rühren (nicht mixen, das mag der Wollwachsalkohol nicht!), bis die Creme so weit abgekühlt ist, dass nach und nach die Wirkstoffe eingearbeitet werden können. Bis zum vollständigen Erkalten und der richtigen Konsistenz weiterrühren - die Creme ist zuerst extrem dünnflüssig, wird dann fluffig und schließlich, Ausdauer lohnt sich, schön dick, opak und homogen.
... in ein desinfiziertes Cremetiegelchen abfüllen und mit dem Herstellungsdatum beschriften.

 

 

[wie immer möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin noch Chemikerin oder Kosmetikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

 

 

im Sommer ist unsere Haut durstig und der Gedanke an Kokosöl nicht fern, daher zeige ich euch heute ein supersimples Rezept mit ganz wenigen Zutaten für eine zart duftende, buttrige Creme mit Kokosöl, die ich gern für den ganzen Körper und insbesondere als Handpflege benütze. Kaltgepresstes Kokosöl sogar in Bioqualität gibt es ja mittlerweile in jedem Supermarkt (aber Achtung, ich meine nicht die gehärteten Produkte à la Ceres, sondern das ungehärtete Fett, das in Gläsern abgefüllt ist). Das Kokosöl wirkt hautberuhigend, glättend und nährend und verleiht der Creme auch ohne weitere Parfümierung einen wunderbar zarten Duft.

Du brauchst:

  • 18 g kaltgepresstes Kokosöl, am besten in Bioqualität
  • 4 g Lamecreme*
  • 30 g destilliertes Wasser oder Hydrolat oder, wenn du mit Weingeist konservieren willst, 26 g Wasser/Hydrolat und 4 g 96%igen Weingeist
  • optional 7 Tropfen D-Panthenol**, eine Messerspitze Allantoin***, 4 Tropfen Benzoe siam**** oder ein anderes ätherisches Öl, das dir gefällt.

gib das Kokosöl und die Lamecreme (= die Fettphase) in ein Gefäß und das destillierte Wasser/Hydrolat (= die Wasserphase) in ein weiteres. Die beiden Gebinde werden nun gemeinsam im Wasserbad erwärmt, bis die Lamecreme klar aufgeschmolzen ist. Anschließend wird das Wasser/Hydrolat schluckweise unter die Fettphase gerührt, am besten gelingt das mit einem Stabmixer mit kleinem Schneebesenaufsatz. Sobald die Emulsion andickt, und das geht in diesem Fall sehr schnell, wird sanft händisch weitergerührt. Ist die Creme auf Handwärme abgekühlt, kannst du die Wirkstoffe, zum Beispiel D-Panthenol und ätherische Öle sowie die Konservierung unterrühren und brauchst dein Cremchen nur noch in ein - bitte zuvor gründlich gereinigtes und (zum Beispiel mit Isopropylalkohol) desinfiziertes - Gebinde abfüllen.

ob man sich bei der Wasserphase für destilliertes Wasser oder ein Hydrolat entscheidet, ist reine Geschmackssache. Ich rühre diese Creme sehr gern mit Orangenblütenwasser, weil es nicht nur sehr gut duftet, sondern auch für alle Hauttypen geeignet ist und pflegende, hautverfeinernde Eigenschaften hat.

*Lamecreme aka Glyceryl Stearate, Glyceryl Stearate Citrate ist der wahrscheinlich am leichtesten zu verarbeitende Emulgator, den ich kenne. Er ist äußerst einfach in der Handhabe, braucht keinen weiteren Co-Emulgator oder Konsistenzgeber, schmilzt bei ca. 65 Grad und erzeugt wunderschöne, zarte Emulsionen, die sich leicht auftragen lassen, gut einziehen und ein gepflegtes Hautgefühl erzeugen. Lame ist in sich schon sehr reichhaltig und pflegend und für normale bis trockene Haut bestens geeignet. Man benötigt zur Verarbeitung keine hohen Scherkräfte, ich habe schon von einigen Rührerinnen gehört, die ihn sogar mit dem Milchaufschäumer emulgieren. Als Alleskönner kann man ihn für leichte Lotionen genauso einsetzen wie für mollig-dicke Bodybutter. Auch verträgt er locker die weitere Zugabe von Flüssigkeit bis zur gewünschten Konsistenz. Man erhält ihn bei allen Anbietern von naturkosmetischen Rohstoffen und mittlerweile sogar auf Amazon.

**D-Panthenol ist ein klarer, geruchloser, etwas zähflüssiger Wirkstoff, der im Körper zu Vitamin B5 umgewandelt wird und aufgrund seiner hautberuhigenden, entzündungshemmenden und sogar wundheilenden Eigenschaften bei mir standardmäßig in fast jede Creme kommt. Man erhält ihn ebenfalls bei allen Rohstoffanbietern.

***Allantoin bewirkt die Beschleunigung des Zellaufbaus, der Zellbildung oder der Zellregeneration und beruhigt die Haut, es steht uns als feines Pulver zur Verfügung, das in der Wasserphase aufgelöst wird - erhältlich ebenfalls überall, wo es Rohstoffe fürs Selberrühren gibt.

****Benzoe siam ist ein ätherisches Öl, eigentlich ein Harz, das durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird. Es hat hautberuhigende und sogar antiseptische Eigenschaften und duftet wunderbar nach Vanille, daher passt es sehr gut ins Duftgefüge dieser Creme. Gut vorstellbar sind hier auch Orange (aber Vorsicht, Zitrusöle können die Haut lichtempfindlich machen, daher sollte man sie nicht vor dem Sonnenbad auftragen!) oder auch Ylang Ylang bzw. eine Kombination daraus. Ätherische Öle erhält man bei den unterschiedlichsten Anbietern für kosmetische Rohstoffe, auf Amazon und natürlich in der Apotheke.

[Disclaimer/wichtiger Hinweis: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin, Chemikerin oder Kosmetikerin noch Botanikerin oder Astronautin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]