Springe zum Inhalt

2

Es wird schokoladig! 🙂

Mit dieser reichhaltigen Creme, die sich von der Konsistenz her eigentlich schon anfühlt wie Bodybutter, sind meine Hände und Füße im Winter bestens versorgt. Das Tolle daran ist die unraffinierte Bio-Kakaobutter, die der Formulierung nicht nur einen unwiderstehlichen Duft nach Schoko verleiht, sondern die Haut gerade in der kalten Jahreszeit intensiv pflegt und versorgt. Klarerweise kann man auch raffinierte/desodorierte Kakaobutter nehmen, die allerdings nicht oder kaum duftet (was ein Vorteil ist, wenn man in eine andere Duftrichtung gehen will).

Kakaobutter wirkt aufgrund ihrer Zusammensetzung beruhigend auf trockene, gereizte Haut und hinterlässt ein weiches, samtiges Hautgefühl; sie soll rund um Augen und die Mundpartie auch fältchenmindernd wirken. Hier habe ich sie gemeinsam mit nativem Biokokosöl als Fettphase eingesetzt, wollte aber trotzdem noch eine Wasserphase, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass trockene Haut von einer Emulsion mit Wasserphase eher profitiert als von einer reinen Salbe. Als Wasserphase ist bei mir Orangenblütenwasser zum Einsatz gekommen; ein Allrounder, den ich für seine pflegende, beruhigende Wirkung und seinen sanften Duft schätze. Das Tüpfelchen auf dem i ist dann noch das Bienenwachs - ich liebe es gerade in Cremes für Hände und Füße, weil es einen ganz zarten Schutzfilm hinterlässt, der eine zusätzliche Pflegewirkung hat.

Die Formulierung fühlt sich ein bisschen so an wie die bekannte Handcreme von Neutrogena; sie zieht sehr schnell und rückstandsfrei ein und duftet auch ohne weitere Zugabe von Parfüm- oder ätherischen Ölen zart nach Kakao. Ich habe sie hier noch mit etwas Benzoe siam, Rosenholz und Tonka gepimpt.

Fettphase

  • 15 g Kokosöl (am besten kalt gepresst und in Bio-Qualität)
  • 15 g Kakaobutter (am besten unraffiniert und in Bio-Qualität)
  • 8 g Glyceryl Stearate, Glyceryl Stearate Citrate (Lamecreme)
  • 2 g Bienenwachs

Wasserphase

  • 80 g Orangenblütenwasser
  • 1 Msp. Allantoin

Wirkstoffphase

  • 20 Tropfen D-Panthenol
  • 1 ML/ca. 2,5 g Weihrauchtinktur
  • eventuell 2 Tropfen Benzoe siam, 1 Tropfen Rosenholz, 1 Tropfen Tonka zur Abrundung des Duftes und Steigerung der Pflegewirkung
  • Konservierung nach Wahl/Dosierung nach Herstellerangabe. Ich konserviere mit 96-prozentigem Weingeist über die Wasserphase, das sind in diesem Fall 69,7 g Orangenblütenwasser und 10,3 g Weingeist, wobei die Weihrauchtinktur zur Konservierung gezählt werden kann, da ich den Weihrauch selbst in 96-prozentigem Weingeist ausgezogen habe. Die Haltbarkeit beträgt damit 6-8 Wochen.

Und so geht's:

Fettphase - bis auf die hitzeempfindliche Kakaobutter - und Wasserphase in separaten Gefäßen gemeinsam im Wasserbad erwärmen, bis die Fettphase klar aufgeschmolzen ist; die Kakaobutter in der Restwärme zergehen lassen. Das Allantoin, so gewünscht, im Orangenblütenwasser auflösen. Die Wasserphase schluckweise zur Fettphase geben und kurz mit einem geeigneten Mixer (Schneebesenaufsatz) emulgieren, dann sanft händisch weiterrühren, bis die Emulsion auf Handwärme abgekühlt ist. Nun nach und nach die Wirkstoffe einarbeiten und in desinfizierte Tiegel abfüllen.

 

2

Keine Ahnung, wie das bei euch so ist, aber in meinem Regal stehen eigentlich immer irgendwelche Ölauszüge und Tinkturen, die ihrer Vollendung entgegenträumen. 🙂

Der heurige Sommer hat mir neben Schafgarbe, Ringelblume und Lavendel auch Johanniskrautöl feinster Qualität beschert, aber nicht nur - ich bin irgendwo auf die Idee gestoßen, Gewürznelken in Öl auszuziehen, und das Ergebnis ist großartig.

Das ätherische Nelkenöl (erhältlich sind grundsätzlich Nelkenknospe, Nelkenblätter oder Nelkenblüte mit unterschiedlichen therapeutischen Einsatzgebieten) ist ja in unseren Breiten vor allem als Hausmittel bei Zahnschmerzen bekannt, besticht aber auch durch seine desinfizierende Wirkung auf die Haut - und durch seinen Duft. Da diese ätherischen Öle in konzentrierter Form haut- und schleimhautreizend wirken können, ist bei der Anwendung aber große Vorsicht geboten. Ein kalter Ölauszug von zerstoßenen Gewürznelken, wie man sie in jedem Supermarkt als Gewürz kaufen kann, hat hingegen eine viel schwächere Wirkung, duftet aber wunderbar und lässt sich hervorragend in Cremes einsetzen. Bitte aber trotzdem auch hier um Vorsicht und kleinen Über-Nacht-Test in der Ellbogenbeuge vor der großflächigen Anwendung. Bei Rötungen oder anderen Hautreizungen darf das Öl natürlich keinesfalls verwendet werden!

Ich habe unlängst beim genussvollen Herumprobieren zwei Rezepturen kreiert, die beide ein solches Gewürznelkenmazerat beinhalten und sie nun nach mehrwöchiger Testphase als postenswert befunden, so here we go.

I. leichte Gesichtscreme mit Orangenblütenwasser, Nelke, Weihrauch und Rose (im Airless-Spender)

Fettphase

  • 5 g Gewürznelkenmazerat
  • 5 g Lavendelmazerat
  • 2,5 g Montanov68
  • 2,5 g Sheabutter

Wasserphase

  • 35 g Orangenblütenwasser
  • 1 Msp. Allantoin

Wirkstoffphase

  • ein paar Tropfen D-Panthenol
  • 1 ML/ca. 2,5 g Weihrauchtinktur
  • 1 gtt. ätherisches Rosenöl/Rose absolue
  • Konservierung nach Wahl/Dosierung nach Herstellerangabe. Ich konserviere mit 96-prozentigem Weingeist über die Wasserphase, das sind in diesem Fall 30,5 g Orangenblütenwasser und 4,5 g Weingeist, wobei die Weihrauchtinktur zur Konservierung gezählt werden kann, da ich den Weihrauch selbst in 96-prozentigem Weingeist ausgezogen habe.

Bei dieser Rezeptur ist es ratsam, einen Stabmixer einzusetzen, da der Emulgator Montanov68, den ich hier schon einmal ausführlicher vorgestellt habe, ordentliche Scherkräfte benötigt. Selbstverständlich kann man den Emulgator auch austauschen, mir und meiner Gesichtshaut gefällt er halt besonders gut. Die Creme duftet schon von sich aus zart nach Nelke, Lavendel und Orangenblütenwasser; ein Duft, der durch die Zugabe von Weihrauchtinktur und Rosenöl zu einer wunderbar warm-würzigen Sinnesfreude wird.

Und so geht's:

Fettphase und Wasserphase gemeinsam im Wasserbad auf ca. 80 Grad erhitzen. Das Allantoin, so gewünscht, im Orangenblütenwasser auflösen. Die Wasserphase in einem zur Fettphase geben und ca. 2-3 Minuten mit dem Stabmixer emulgieren, dann händisch weiterrühren, bis die Emulsion auf Handwärme abgekühlt ist. Nun nach und nach die Wirkstoffe einarbeiten und abfüllen. Da die Emulsion recht dünnflüssig ist, eignet sich hier - auch im Sinne der hygienischen Entnahme - ein Airless-Spender besonders gut.

 

II. zarte Handcreme mit Orangenblütenwasser, Shea und Bienenwachs

Die Zauberzutat für leichte, schnell einziehende Handcremes mit hoher Pflegewirkung ist in meinen Augen Bienenwachs, das einen ganz leichten Film hinterlässt, der die viel beanspruchte Haut auf den Händen schützt und beruhigt. Ich habe das Glück, von einem Bekannten mit eigenem Bienenstock ab und an Wachs zu bekommen, das natürlich ganz besonders toll ist, weil es aus der Region stammt. Als Emulgator kommt hier das gute alte Glyceryl Stearate, Glyceryl Stearate Citrate aka Lame zum Einsatz, unübertroffen in seiner einfachen Handhabe und sehr pflegend. Übrigens lieben auch meine Füße diese Rezeptur. 🙂

Fettphase

  • 6 g Lavendelmazerat
  • 6 g Gewürznelkenmazerat
  • 4 g Shea
  • 2 g Bienenwachs
  • 4 g Glyceryl Stearate, Glyceryl Stearate Citrate (Lame)

Wasserphase

  • 40 g Orangenblütenwasser
  • 1 Messerspitze Allantoin

Wirkstoffphase

  • ein paar Tropfen D-Panthenol
  • 2 Tropfen Vitamin E
  • 2,5 g Weihrauchtinktur
  • je ein Tropfen Ylang Ylang und Rose, 2 Tropfen Benzoe siam
  • Konservierung nach Wahl/Dosierung nach Herstellerangabe. Konservierung mit 96-prozentigem Weingeist: 34,8 g Orangenblütenwasser + 2,3 g Weingeist - die Weihrauchtinktur nicht miteinberechnet)

und so geht's:

die Fettphase und die Wasserphase im Wasserbad erwärmen, bis alle Bestandteile der Fettphase klar aufgeschmolzen sind. Die Wasserphase in kleinen Schlucken zur Fettphase geben und dabei - hier reicht ein Stabmixer mit Schneebesenaufsatz oder sogar ein Milchaufschäumer - aufschlagen, bis die Emulsion spürbar angedickt ist. Bitte auch hier händisch weiterrühren, so vermeidet man Lufteinschlüsse, die sich nicht nur optisch und haptisch ungünstig auf das fertige Produkt auswirken, sondern auch Einbußen in puncto Haltbarkeit nach sich ziehen. Wenn die Creme auf Handwärme abgekühlt ist, nach und nach die Wirkstoffe zugeben und in saubere, desinfizierte Tiegel abfüllen.

 

[Disclaimer/wichtiger Hinweis: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin, Chemikerin oder Kosmetikerin noch Botanikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

im Sommer ist unsere Haut durstig und der Gedanke an Kokosöl nicht fern, daher zeige ich euch heute ein supersimples Rezept mit ganz wenigen Zutaten für eine zart duftende, buttrige Creme mit Kokosöl, die ich gern für den ganzen Körper und insbesondere als Handpflege benütze. Kaltgepresstes Kokosöl sogar in Bioqualität gibt es ja mittlerweile in jedem Supermarkt (aber Achtung, ich meine nicht die gehärteten Produkte à la Ceres, sondern das ungehärtete Fett, das in Gläsern abgefüllt ist). Das Kokosöl wirkt hautberuhigend, glättend und nährend und verleiht der Creme auch ohne weitere Parfümierung einen wunderbar zarten Duft.

Du brauchst:

  • 18 g kaltgepresstes Kokosöl, am besten in Bioqualität
  • 4 g Lamecreme*
  • 30 g destilliertes Wasser oder Hydrolat oder, wenn du mit Weingeist konservieren willst, 26 g Wasser/Hydrolat und 4 g 96%igen Weingeist
  • optional 7 Tropfen D-Panthenol**, eine Messerspitze Allantoin***, 4 Tropfen Benzoe siam**** oder ein anderes ätherisches Öl, das dir gefällt.

gib das Kokosöl und die Lamecreme (= die Fettphase) in ein Gefäß und das destillierte Wasser/Hydrolat (= die Wasserphase) in ein weiteres. Die beiden Gebinde werden nun gemeinsam im Wasserbad erwärmt, bis die Lamecreme klar aufgeschmolzen ist. Anschließend wird das Wasser/Hydrolat schluckweise unter die Fettphase gerührt, am besten gelingt das mit einem Stabmixer mit kleinem Schneebesenaufsatz. Sobald die Emulsion andickt, und das geht in diesem Fall sehr schnell, wird sanft händisch weitergerührt. Ist die Creme auf Handwärme abgekühlt, kannst du die Wirkstoffe, zum Beispiel D-Panthenol und ätherische Öle sowie die Konservierung unterrühren und brauchst dein Cremchen nur noch in ein - bitte zuvor gründlich gereinigtes und (zum Beispiel mit Isopropylalkohol) desinfiziertes - Gebinde abfüllen.

ob man sich bei der Wasserphase für destilliertes Wasser oder ein Hydrolat entscheidet, ist reine Geschmackssache. Ich rühre diese Creme sehr gern mit Orangenblütenwasser, weil es nicht nur sehr gut duftet, sondern auch für alle Hauttypen geeignet ist und pflegende, hautverfeinernde Eigenschaften hat.

*Lamecreme aka Glyceryl Stearate, Glyceryl Stearate Citrate ist der wahrscheinlich am leichtesten zu verarbeitende Emulgator, den ich kenne. Er ist äußerst einfach in der Handhabe, braucht keinen weiteren Co-Emulgator oder Konsistenzgeber, schmilzt bei ca. 65 Grad und erzeugt wunderschöne, zarte Emulsionen, die sich leicht auftragen lassen, gut einziehen und ein gepflegtes Hautgefühl erzeugen. Lame ist in sich schon sehr reichhaltig und pflegend und für normale bis trockene Haut bestens geeignet. Man benötigt zur Verarbeitung keine hohen Scherkräfte, ich habe schon von einigen Rührerinnen gehört, die ihn sogar mit dem Milchaufschäumer emulgieren. Als Alleskönner kann man ihn für leichte Lotionen genauso einsetzen wie für mollig-dicke Bodybutter. Auch verträgt er locker die weitere Zugabe von Flüssigkeit bis zur gewünschten Konsistenz. Man erhält ihn bei allen Anbietern von naturkosmetischen Rohstoffen und mittlerweile sogar auf Amazon.

**D-Panthenol ist ein klarer, geruchloser, etwas zähflüssiger Wirkstoff, der im Körper zu Vitamin B5 umgewandelt wird und aufgrund seiner hautberuhigenden, entzündungshemmenden und sogar wundheilenden Eigenschaften bei mir standardmäßig in fast jede Creme kommt. Man erhält ihn ebenfalls bei allen Rohstoffanbietern.

***Allantoin bewirkt die Beschleunigung des Zellaufbaus, der Zellbildung oder der Zellregeneration und beruhigt die Haut, es steht uns als feines Pulver zur Verfügung, das in der Wasserphase aufgelöst wird - erhältlich ebenfalls überall, wo es Rohstoffe fürs Selberrühren gibt.

****Benzoe siam ist ein ätherisches Öl, eigentlich ein Harz, das durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird. Es hat hautberuhigende und sogar antiseptische Eigenschaften und duftet wunderbar nach Vanille, daher passt es sehr gut ins Duftgefüge dieser Creme. Gut vorstellbar sind hier auch Orange (aber Vorsicht, Zitrusöle können die Haut lichtempfindlich machen, daher sollte man sie nicht vor dem Sonnenbad auftragen!) oder auch Ylang Ylang bzw. eine Kombination daraus. Ätherische Öle erhält man bei den unterschiedlichsten Anbietern für kosmetische Rohstoffe, auf Amazon und natürlich in der Apotheke.

[Disclaimer/wichtiger Hinweis: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin, Chemikerin oder Kosmetikerin noch Botanikerin oder Astronautin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]