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Es wird schokoladig! 🙂

Mit dieser reichhaltigen Creme, die sich von der Konsistenz her eigentlich schon anfühlt wie Bodybutter, sind meine Hände und Füße im Winter bestens versorgt. Das Tolle daran ist die unraffinierte Bio-Kakaobutter, die der Formulierung nicht nur einen unwiderstehlichen Duft nach Schoko verleiht, sondern die Haut gerade in der kalten Jahreszeit intensiv pflegt und versorgt. Klarerweise kann man auch raffinierte/desodorierte Kakaobutter nehmen, die allerdings nicht oder kaum duftet (was ein Vorteil ist, wenn man in eine andere Duftrichtung gehen will).

Kakaobutter wirkt aufgrund ihrer Zusammensetzung beruhigend auf trockene, gereizte Haut und hinterlässt ein weiches, samtiges Hautgefühl; sie soll rund um Augen und die Mundpartie auch fältchenmindernd wirken. Hier habe ich sie gemeinsam mit nativem Biokokosöl als Fettphase eingesetzt, wollte aber trotzdem noch eine Wasserphase, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass trockene Haut von einer Emulsion mit Wasserphase eher profitiert als von einer reinen Salbe. Als Wasserphase ist bei mir Orangenblütenwasser zum Einsatz gekommen; ein Allrounder, den ich für seine pflegende, beruhigende Wirkung und seinen sanften Duft schätze. Das Tüpfelchen auf dem i ist dann noch das Bienenwachs - ich liebe es gerade in Cremes für Hände und Füße, weil es einen ganz zarten Schutzfilm hinterlässt, der eine zusätzliche Pflegewirkung hat.

Die Formulierung fühlt sich ein bisschen so an wie die bekannte Handcreme von Neutrogena; sie zieht sehr schnell und rückstandsfrei ein und duftet auch ohne weitere Zugabe von Parfüm- oder ätherischen Ölen zart nach Kakao. Ich habe sie hier noch mit etwas Benzoe siam, Rosenholz und Tonka gepimpt.

Fettphase

  • 15 g Kokosöl (am besten kalt gepresst und in Bio-Qualität)
  • 15 g Kakaobutter (am besten unraffiniert und in Bio-Qualität)
  • 8 g Glyceryl Stearate, Glyceryl Stearate Citrate (Lamecreme)
  • 2 g Bienenwachs

Wasserphase

  • 80 g Orangenblütenwasser
  • 1 Msp. Allantoin

Wirkstoffphase

  • 20 Tropfen D-Panthenol
  • 1 ML/ca. 2,5 g Weihrauchtinktur
  • eventuell 2 Tropfen Benzoe siam, 1 Tropfen Rosenholz, 1 Tropfen Tonka zur Abrundung des Duftes und Steigerung der Pflegewirkung
  • Konservierung nach Wahl/Dosierung nach Herstellerangabe. Ich konserviere mit 96-prozentigem Weingeist über die Wasserphase, das sind in diesem Fall 69,7 g Orangenblütenwasser und 10,3 g Weingeist, wobei die Weihrauchtinktur zur Konservierung gezählt werden kann, da ich den Weihrauch selbst in 96-prozentigem Weingeist ausgezogen habe. Die Haltbarkeit beträgt damit 6-8 Wochen.

Und so geht's:

Fettphase - bis auf die hitzeempfindliche Kakaobutter - und Wasserphase in separaten Gefäßen gemeinsam im Wasserbad erwärmen, bis die Fettphase klar aufgeschmolzen ist; die Kakaobutter in der Restwärme zergehen lassen. Das Allantoin, so gewünscht, im Orangenblütenwasser auflösen. Die Wasserphase schluckweise zur Fettphase geben und kurz mit einem geeigneten Mixer (Schneebesenaufsatz) emulgieren, dann sanft händisch weiterrühren, bis die Emulsion auf Handwärme abgekühlt ist. Nun nach und nach die Wirkstoffe einarbeiten und in desinfizierte Tiegel abfüllen.

 

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Keine Ahnung, wie das bei euch so ist, aber in meinem Regal stehen eigentlich immer irgendwelche Ölauszüge und Tinkturen, die ihrer Vollendung entgegenträumen. 🙂

Der heurige Sommer hat mir neben Schafgarbe, Ringelblume und Lavendel auch Johanniskrautöl feinster Qualität beschert, aber nicht nur - ich bin irgendwo auf die Idee gestoßen, Gewürznelken in Öl auszuziehen, und das Ergebnis ist großartig.

Das ätherische Nelkenöl (erhältlich sind grundsätzlich Nelkenknospe, Nelkenblätter oder Nelkenblüte mit unterschiedlichen therapeutischen Einsatzgebieten) ist ja in unseren Breiten vor allem als Hausmittel bei Zahnschmerzen bekannt, besticht aber auch durch seine desinfizierende Wirkung auf die Haut - und durch seinen Duft. Da diese ätherischen Öle in konzentrierter Form haut- und schleimhautreizend wirken können, ist bei der Anwendung aber große Vorsicht geboten. Ein kalter Ölauszug von zerstoßenen Gewürznelken, wie man sie in jedem Supermarkt als Gewürz kaufen kann, hat hingegen eine viel schwächere Wirkung, duftet aber wunderbar und lässt sich hervorragend in Cremes einsetzen. Bitte aber trotzdem auch hier um Vorsicht und kleinen Über-Nacht-Test in der Ellbogenbeuge vor der großflächigen Anwendung. Bei Rötungen oder anderen Hautreizungen darf das Öl natürlich keinesfalls verwendet werden!

Ich habe unlängst beim genussvollen Herumprobieren zwei Rezepturen kreiert, die beide ein solches Gewürznelkenmazerat beinhalten und sie nun nach mehrwöchiger Testphase als postenswert befunden, so here we go.

I. leichte Gesichtscreme mit Orangenblütenwasser, Nelke, Weihrauch und Rose (im Airless-Spender)

Fettphase

  • 5 g Gewürznelkenmazerat
  • 5 g Lavendelmazerat
  • 2,5 g Montanov68
  • 2,5 g Sheabutter

Wasserphase

  • 35 g Orangenblütenwasser
  • 1 Msp. Allantoin

Wirkstoffphase

  • ein paar Tropfen D-Panthenol
  • 1 ML/ca. 2,5 g Weihrauchtinktur
  • 1 gtt. ätherisches Rosenöl/Rose absolue
  • Konservierung nach Wahl/Dosierung nach Herstellerangabe. Ich konserviere mit 96-prozentigem Weingeist über die Wasserphase, das sind in diesem Fall 30,5 g Orangenblütenwasser und 4,5 g Weingeist, wobei die Weihrauchtinktur zur Konservierung gezählt werden kann, da ich den Weihrauch selbst in 96-prozentigem Weingeist ausgezogen habe.

Bei dieser Rezeptur ist es ratsam, einen Stabmixer einzusetzen, da der Emulgator Montanov68, den ich hier schon einmal ausführlicher vorgestellt habe, ordentliche Scherkräfte benötigt. Selbstverständlich kann man den Emulgator auch austauschen, mir und meiner Gesichtshaut gefällt er halt besonders gut. Die Creme duftet schon von sich aus zart nach Nelke, Lavendel und Orangenblütenwasser; ein Duft, der durch die Zugabe von Weihrauchtinktur und Rosenöl zu einer wunderbar warm-würzigen Sinnesfreude wird.

Und so geht's:

Fettphase und Wasserphase gemeinsam im Wasserbad auf ca. 80 Grad erhitzen. Das Allantoin, so gewünscht, im Orangenblütenwasser auflösen. Die Wasserphase in einem zur Fettphase geben und ca. 2-3 Minuten mit dem Stabmixer emulgieren, dann händisch weiterrühren, bis die Emulsion auf Handwärme abgekühlt ist. Nun nach und nach die Wirkstoffe einarbeiten und abfüllen. Da die Emulsion recht dünnflüssig ist, eignet sich hier - auch im Sinne der hygienischen Entnahme - ein Airless-Spender besonders gut.

 

II. zarte Handcreme mit Orangenblütenwasser, Shea und Bienenwachs

Die Zauberzutat für leichte, schnell einziehende Handcremes mit hoher Pflegewirkung ist in meinen Augen Bienenwachs, das einen ganz leichten Film hinterlässt, der die viel beanspruchte Haut auf den Händen schützt und beruhigt. Ich habe das Glück, von einem Bekannten mit eigenem Bienenstock ab und an Wachs zu bekommen, das natürlich ganz besonders toll ist, weil es aus der Region stammt. Als Emulgator kommt hier das gute alte Glyceryl Stearate, Glyceryl Stearate Citrate aka Lame zum Einsatz, unübertroffen in seiner einfachen Handhabe und sehr pflegend. Übrigens lieben auch meine Füße diese Rezeptur. 🙂

Fettphase

  • 6 g Lavendelmazerat
  • 6 g Gewürznelkenmazerat
  • 4 g Shea
  • 2 g Bienenwachs
  • 4 g Glyceryl Stearate, Glyceryl Stearate Citrate (Lame)

Wasserphase

  • 40 g Orangenblütenwasser
  • 1 Messerspitze Allantoin

Wirkstoffphase

  • ein paar Tropfen D-Panthenol
  • 2 Tropfen Vitamin E
  • 2,5 g Weihrauchtinktur
  • je ein Tropfen Ylang Ylang und Rose, 2 Tropfen Benzoe siam
  • Konservierung nach Wahl/Dosierung nach Herstellerangabe. Konservierung mit 96-prozentigem Weingeist: 34,8 g Orangenblütenwasser + 2,3 g Weingeist - die Weihrauchtinktur nicht miteinberechnet)

und so geht's:

die Fettphase und die Wasserphase im Wasserbad erwärmen, bis alle Bestandteile der Fettphase klar aufgeschmolzen sind. Die Wasserphase in kleinen Schlucken zur Fettphase geben und dabei - hier reicht ein Stabmixer mit Schneebesenaufsatz oder sogar ein Milchaufschäumer - aufschlagen, bis die Emulsion spürbar angedickt ist. Bitte auch hier händisch weiterrühren, so vermeidet man Lufteinschlüsse, die sich nicht nur optisch und haptisch ungünstig auf das fertige Produkt auswirken, sondern auch Einbußen in puncto Haltbarkeit nach sich ziehen. Wenn die Creme auf Handwärme abgekühlt ist, nach und nach die Wirkstoffe zugeben und in saubere, desinfizierte Tiegel abfüllen.

 

[Disclaimer/wichtiger Hinweis: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin, Chemikerin oder Kosmetikerin noch Botanikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

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Wer jetzt Ringelblumen im Garten hat, sollte sich unbedingt ein paar Blüten abzweigen und sich daraus eine Ringelblumensalbe machen. Die geht schnell, ist wirklich einfach und hat sich in der Volksmedizin seit Jahrhunderten bestens bewährt, wenn es um die Pflege trockener, wunder, rissiger Haut und die Heilung kleiner (auch schlecht heilender und entzündlicher) Wunden, Ekzeme, Abschürfungen, kleinflächiger Verbrennungen und Kratzer geht. Die Inhaltsstoffe wirken antibakteriell/entzündungshemmend, heilend, regenerierend und beruhigend.

Die gelben und orangen Ringelblumenblüten sollte man (wie alle Heilpflanzen) immer an einem sonnigen Tag frühestens dann ernten, wenn der Tau auf den Blättern abgetrocknet ist (manche sagen, der frühe Nachmittag ist der beste Zeitpunkt). Übrigens wird das Blütenwachstum angeregt, wenn die Blüten regelmäßig (inklusive ca. 20 cm Stengel) abgeschnitten werden. Schlaue Gärtner lassen aber natürlich genügend Blüten dran, über die sich unsere Freunde von der Bienen- und Insektenfraktion freuen; außerdem bildet die Pflanze dann wieder Samen und vermehrt sich mit ein bisschen Glück.

Es gibt nun mehrere Möglichkeiten, diesen Schatz zu verarbeiten: die Pflanze kann man entweder in Alkohol zu einer Tinktur oder in Öl ausziehen. Hier gibt es die Möglichkeit des Kaltauszuges (auf den ich an dieser Stelle nicht weiter eingehe), oder, was mir persönlich bei Frischpflanzen generell lieber ist, des Warmauszuges, den ich ein bisschen genauer vorstelle.

Einige der volksmedizinischen Tradition verpflichteten Autoren sind der Überzeugung, dass man das Pflanzenmaterial - möglichst in Schweineschmalz - über einen Zeitraum von ein bis zwei Tagen richtiggehend auskochen muss, um die Wirkstoffe optimal zu extrahieren; ich persönlich konnte mich aber bisher noch nicht dazu durchringen, weil wir es hier ja mit recht hitzeempfindlichen Stoffen zu tun haben (andere Autoren der neueren Schule sagen wiederum, man darf die Ringelblume niemals über 30 Grad erhitzen...) - deshalb halte ich den schonenden Warmauszug im Wasserbad für plausibel und für am besten geeignet. Aber das muss jeder für sich herausfinden; Versuch macht kluch. 🙂

Du brauchst:

  • einige frische Ringelblumenblüten (die Blütenblättchen)
  • ein Pflanzenöl deiner Wahl - ich nehme sehr gern kaltgepresstes Bio-Kokosöl, das der Salbe eine wunderschöne Konsistenz verleiht
  • Bienenwachs (pro 10 Gramm fertigem Ölauszug 0,5 bis 1 Gramm)

gib die abgezupften Blütenblättchen in ein Marmeladeglas und soviel Öl dazu, dass sie gut bedeckt sind. Optimalerweise pürierst du die Blüten gemeinsam mit dem Öl - je kleiner das Pflanzenmaterial, umso intensiver wird das Mazerat. Erwärme das Ganze im Wasserbad und lasse es mindestens zwei, besser drei Stunden sanft vor sich hinköcheln. Du kannst auch von Zeit zu Zeit den Herd abschalten und die Mischung dann wieder erhitzen oder sie überhaupt über Nacht stehen lassen und am nächsten Tag noch einmal erwärmen. Zwischendurch immer wieder umrühren schadet auch nicht.

Das Öl färbt sich durch diesen Vorgang tiefgelb bis orange, da die Ringelblume unter anderem Carotinoide enthält.

Filtere den fertigen Ölauszug anschließend in ein sauberes Gefäß ab, zum Beispiel durch einen handelsüblichen Kaffeefilter.

In der Folge wiegst du alle Zutaten ab - die Menge des Bienenwachses richtet sich nach der Menge des Öls (wie oben erwähnt je nach gewünschter Konsistenz 0,5 bis 1 g Bienenwachs pro 10 g Öl) - und erwärmst diese Mischung im Wasserbad erneut, bis das Bienenwachs klar aufgeschmolzen ist.

 

Gut durchrühren, in saubere und desinfizierte Tiegel abfüllen und bis zum Erkalten offen stehen lassen (damit sich auf der Deckelinnenseite kein Kondenswasser bildet).

Die fertige Salbe sollte kühl und dunkel gelagert werden. Die Haltbarkeit richtet sich grundsätzlich nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum des verwendeten Trägeröls.

Wer die Salbe noch cremiger mag, kann natürlich Wollwachs/Lanolin anhydrid oder eine feste Pflanzenbutter wie beispielsweise Shea oder Kakaobutter hinzufügen. Eine sehr schöne Kombination bzw. Abwandlung, die ich persönlich gern mache, weil sich die Wirkung sehr gut ergänzt und intensiviert, ist eine Mischung von Ringelblumenöl mit einem kalt ausgezogenen Gewürznelkenmazerat. Dazu die Gewürznelken mörsern, mit soviel hochwertigem Pflanzenöl auffüllen, dass sie gut bedeckt sind, und an einem warmen Platz ca. zwei Wochen ausziehen lassen. Dieses Öl duftet fein nach Nelken und hat ebenfalls antiseptische, aber auch wärmende Eigenschaften. Ich gebe ca. 20 g Nelkenmazerat auf 100 g Ringelblumenöl und erhalte so eine dezent duftende, angenehm durchblutungsfördernde Salbe, die ich auch insbesondere für die Fußmassage schätze.

 

[Disclaimer/wichtiger Hinweis: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin, Chemikerin oder Kosmetikerin noch Botanikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

Die Radfahrer unter den Lesern werden das kennen - gerade jetzt im Sommer passiert es zumindest mir allzuleicht, dass man an anatomisch einwandfrei logischen Orten Druckstellen bekommt und sich buchstäblich einen Wolf fährt. 🙂

Gegen solchen Unbill hilft im Prinzip jede Wundschutzcreme für Babys, wie man sie von allen großen und weniger großen Marken kennt, aber als alter Selbermacherhase möchte man natürlich gerade in den sensibleren Gefilden seines Körpers weder Paraffin noch Parfümöle oder Parabene, die ja allesamt jetzt nicht unbedingt mit "Heilen" in Verbindung stehen, wenn ich es einmal höflich ausdrücke.

Deshalb rühre ich mir meine selber, und das ist wirklich nicht schwer. Voraussetzung ist, dass man sauber arbeitet, alle Arbeitsgeräte gründlich desinfiziert und wirklich gut konserviert; aber das ist ohnehin bei jeder Creme Pflicht, die in meiner Rührküche entsteht.

So eine Creme wirkt gut bei allen wunden Hautzuständen, mir hilft sie auch bei juckenden Schienbeinen, und das oft quasi über Nacht. Verantwortlich für die Wirkung ist unter anderem das Zinkoxid, das antiseptische und austrocknende Eigenschaften hat, die man gerade bei entzündlichen Zuständen in radfahrgeschädigten Körperregionen als sehr wohltuend und lindernd begrüßt.

Zinkoxid, ein weißes, lockeres Pulver, ist an sich weder wasser- noch öllöslich, es lässt sich aber ganz leicht in noch warmen Emulsionen dispergieren. Die fertige Formulierung selbst ist dann charakteristisch zäh und pastös (Stichwort Penaten) und bietet aufgrund dieser Konsistenz allein schon einen gewissen fühlbaren Schutz gegen äußere Einflüsse, Reibung etc.

Dieser Effekt wird durch den hohen Anteil an Lanolin anhydrid als Emulgator, das dem menschlichen Hautfett sehr ähnlich ist, und Bienenwachs noch gesteigert. Dazu kommt, dass man bei einer selbstgemachten Wundschutzcreme durch die Auswahl der Öle und Hydrolate bzw. Tinkturen die gewünschte Wirkung entsprechend verstärken kann. Ich habe bei diesem Rezept Lavendelauszug in Sonnenblumenöl (entzündungshemmend, hautberuhigend), Kamillenhydrolat und zusätzlich noch Kamillenextrakt verwendet, sehr gern greife ich auch zu Schafgarbenmazerat und Schafgarbentinktur.

Fettphase:

  • 22 g Lavendelmazerat
  • 6 g Bienenwachs
  • 12 g Lanolin anhydrid

Wasserphase:

  • 25 g Kamillenhydrolat
  • 1 Msp. Allantoin

Wirkstoffphase:

  • 5 g Zinkoxid in Pharmaqualität
  • 2 Messlöffel (ca. 2,5 ml) Kamillenextrakt, am besten in Weingeist
  • ein ordentlicher Schwupps D-Panthenol
  • ev. 2 Tropfen Lavendel fein und 2 Tropfen Elemi
  • optional noch einen Konservierer in der vom Hersteller angegebenen Dosierung - ich konserviere wie üblich über die Wasserphase; unter Berücksichtigung der hier eingesetzten Menge Kamillentinktur habe ich der oben angegebenen Menge noch 2 g Weingeist zugegeben und befinde mich damit in einem Konzentrationsbereich von mindestens 15 Prozent, der ausreicht, um die Creme theoretisch 6-8 Wochen haltbar zu machen. Da ich immer kleine Mengen rühre, habe ich sie aber meistens schon in der Hälfte der Zeit verbraucht.

Die Fettphase wird in einem Gefäß, die Wasserphase in einem zweiten Gefäß im Wasserbad erwärmt, bis das Bienenwachs vollständig geschmolzen ist und das Lanolin sich aufgelöst hat. Danach wird die Wasserphase schluckweise in die Fettphase eingerührt, der Einsatz eines Mixgerätes ist dabei nicht zwingend notwendig, aber ratsam. Wenn die Emulsion schön homogen ist und anzudicken beginnt (sie sollte mittlerweile Handwärme erreicht haben), kann man nach und nach die Wirkstoffe zugeben. Das Zinkoxid hebe ich mir immer bis zum Schluss auf und rühre es dann mit dem Rührgerät gut ein, sodass ich am Ende eine zwar zähe, aber glatte Creme bekomme.

 

Über Anregungen, Variationen und Ergänzungen in den Kommentaren freue ich mich wie immer sehr. Gutes Gelingen und ... gute Weiterfahrt ohne Wolf und wunden Po. 😉

 

[Disclaimer/wichtiger Hinweis: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin, Chemikerin oder Kosmetikerin noch Botanikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

Der gute Lavendel ist ja quasi das Universalgenie unter den Heilpflanzen. Ihm werden beruhigende und entspannende Eigenschaften zugeschrieben, er soll gegen Kopfschmerzen und Schlafprobleme wirken, Insekten abwehren, Insektenstiche heilen, gegen Sonnenbrand und unreine Haut helfen, die Wundheilung fördern und überhaupt eins der besten Mittel zur allgemeinen Hautpflege sein - die Liste seiner positiven Wirkungen ist wahrscheinlich einige Kilometer lang.

Ich liebe den Duft von Lavendel schon seit meiner Kindheit. Ich mag Lavendel als Sirup, im Tee, als Hydrolat und ätherisches Öl und natürlich in Duftsäckchen im Kleiderschrank - und ich verwende wahnsinnig gern das schön altmodische Lavendel-Eau de Toilette von Bronnley. 🙂

Gern stelle ich auch einen Ölauszug der getrockneten Blüten her, wie in diesem Beitrag ausführlich beschrieben. Dieses Öl, das ich gestern abgefiltert habe, duftet wunderbar intensiv und ist eine hervorragende Basis für eine ganz einfache und sehr hautverträgliche Creme, die ich für den ganzen Körper verwende.

Sie kommt bewusst mit ganz wenigen Zutaten aus. Da ich den Lavendel in kaltgepresstem Biosonnenblumenöl ausgezogen habe, habe ich hier schon alles, was meine Haut braucht: es besticht durch einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren und zieht daher schnell ein, darüber hinaus enthält es die Vitamine A, B, D, E und K.

mein Rezept geht so:

  • 25 g Lavendelmazerat in Sonnenblumenöl
  • 5 g Glyceryl Stearate, Glyceryl Stearate Citrate aka Lame*
  • 60 g Wasserphase - destilliertes Wasser, Lavendelhydrolat, Rosenwasser etc. (da ich mit 96-prozentigem Weingeist konserviere, verwende ich 53,8 g Rosenwasser und 6,2 g Weingeist, um eine 12-prozentige Konservierung zu erhalten, die eine Haltbarkeit von ca. 6-8 Wochen erzielt. Wenn du nicht mit Alkohol konservieren möchtest, nimmst du 60 g Wasserphase und dann entsprechend dosiert einen anderen handelsüblichen Konservierer deiner Wahl, zum Beispiel Rokonsal, Heliozimt, Paraben K, Kaliumsorbat oder Biokons)
  • optional ein Schwupps D-Panthenol**
  • optional noch ein paar Tropfen Lavendelöl, wenn du den Duft verstärken möchtest.

Gib das Öl und den Emulgator ein feuerfestes Gefäß und die Wasserphase in ein zweites. Erwärme beides im Wasserbad, bis die Fettphase klar aufgeschmolzen ist. Anschließend gibst du die Wasserphase schluckweise und unter Einsatz eines Mixgerätes zur Fettphase. Ein Mixstab mit Schneebesenaufsatz reicht hier völlig aus. Mixe die Emulsion kurz auf und rühre dann händisch mit einem Spatel, Glasstab oder Löffel weiter, sonst bekommst du durch den Lufteinschluss Mousse, das nicht nur nicht schön aussieht, sondern auch Einbußen in puncto Haltbarkeit nach sich zieht. Wenn die Creme auf Handwärme heruntergekühlt ist, kannst du das D-Panthenol und eventuell ein paar Tropfen Lavendelöl hinzufügen. In gut gereinigte und desinfizierte Tiegel abfüllen - fertig.

*Lamecreme aka Glyceryl Stearate, Glyceryl Stearate Citrate ist der wahrscheinlich am leichtesten zu verarbeitende Emulgator, den ich kenne. Er ist äußerst einfach in der Handhabe, braucht keinen weiteren Co-Emulgator oder Konsistenzgeber, schmilzt bei ca. 65 Grad und erzeugt wunderschöne, zarte Emulsionen, die sich leicht auftragen lassen, gut einziehen und ein gepflegtes Hautgefühl erzeugen. Lame ist in sich schon sehr reichhaltig und pflegend und für normale bis trockene Haut bestens geeignet. Man benötigt zur Verarbeitung keine hohen Scherkräfte, ich habe schon von einigen Rührerinnen gehört, die ihn sogar mit dem Milchaufschäumer emulgieren. Als Alleskönner kann man ihn für leichte Lotionen genauso einsetzen wie für mollig-dicke Bodybutter. Auch verträgt er locker die weitere Zugabe von Flüssigkeit bis zur gewünschten Konsistenz. Man erhält ihn bei allen Anbietern von naturkosmetischen Rohstoffen und mittlerweile sogar auf Amazon.

**D-Panthenol ist ein klarer, geruchloser, etwas zähflüssiger Wirkstoff, der im Körper zu Vitamin B5 umgewandelt wird und aufgrund seiner hautberuhigenden, entzündungshemmenden und sogar wundheilenden Eigenschaften bei mir standardmäßig in fast jede Creme kommt. Man erhält ihn ebenfalls bei allen Rohstoffanbietern.

 

[Disclaimer/wichtiger Hinweis: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin, Chemikerin oder Kosmetikerin noch Botanikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

Dass der Wald Heilkräfte hat und der Aufenthalt zwischen Bäumen nicht nur die Seele beruhigt, sondern auch messbar das menschliche Immunsystem stimuliert (weshalb in Japan das Waldbaden als Art umfassende Aromatherapie sogar vom Gesundheitswesen gefördert wird), war unlängst sogar im populärwissenschaftlichen Magazin P.M. zu lesen. Ich musste grinsen, denn ich bin als Landkind natürlich ohnehin von Kindesbeinen an auch ein Waldkind gewesen und fühle mich auch immer schon ganz besonders zu Bäumen hingezogen.

Eines der Geschenke des Waldes ist etwas, über das sich viele ärgern, die viel mit Holz arbeiten und oft damit in Berührung kommen: das klebrige, kaum von den Händen zu bekommende Harz der Nadelbäume.

Dieses Harz (Pech), bestehend aus Harzsäure und einer erklecklichen Menge an ätherischen Ölen, ist der Stoff, mit dem sich der Baum vor Verletzungen und Insekten schützt. Es duftet stark und hat eine (antimikrobielle) Heilwirkung, die in der Volksmedizin schon jahrhundertelang geschätzt wird und traditionell gegen viele Wehwehchen eingesetzt wurde: als Zugsalbe, bei Schürfwunden, Schnitten, Verletzungen, Rheumatismus, Schmerzen des Bewegungsapparates und Erkältungen, Husten, Halsschmerzen.

Ich habe in meiner persönlichen Kräuterapotheke immer eine Pechsalbe. Meistens erzeuge ich sie aus dem hier in meiner Gegend sehr häufig und in großen Mengen vorkommenden Fichtenharz, das man zu jeder Jahreszeit - sogar im Winter - sammeln kann. Sehr gerne arbeite ich auch mit Lärchenharz, auch genannt Venezianisches Terpentin, das ich allerdings von einem Kärntner Betrieb kaufe, weil es unwahrscheinlich schwierig ist, harzende Lärchen zu finden. (Lärchenharz kann eigentlich nur durch gezieltes Anbohren gewonnen werden, und da gibt es zum Beispiel in Kärnten tatsächlich noch Menschen, die das professionell betreiben.)

Interessant ist auch eine 1:1-Mischung der beiden Harze, wie in manchen überlieferten Rezepten vorgegeben - und wenn jemand einmal einen Dealer für Kiefernharz auftreiben sollte - bitte um sofortige Info, auf das wäre ich nämlich auch sehr gespannt (mir hat unlängst ein älterer Seifensieder versichert, das Kiefernharz wäre überhaupt das heilkräftigste, das er kennt). Die Krönung wäre natürlich Zirbenharz, aber das ist noch eine ganz andere Abteilung, die mit großen Strapazen verbunden ist, weil die Bäume nur in hohen Höhen wachsen und außerdem extrem widerstandsfähig sind. Man müsste sie damit auch aufsuchen, anbohren, einige Monate warten, wieder rauf und nachschauen, ob sich Harz gebildet hat. Sowas mache ich nicht. Zumal Zirben meines Wissens geschützt sind. Bleiben uns also die beiden Harze von Lärche und Fichte, aus denen man sich ganz wunderbare Salben herstellen kann.

Wenn ihr selber sammelt, bedenkt, dass der Baum sich mit dem Harz gegen Verletzungen schützt. BITTE seid daher so respektvoll wie es sich gehört, und nehmt vielen Bäumen jeweils ein bisschen Harz weg, nicht einem Baum viel.

Wenn man nun mit einer, zwei Handvoll ungereinigtem Harz zum Beispiel von der Fichte von so einem Waldspaziergang nach Hause gekommen ist, gibt man ca. 30 g Harz in ein Marmeladeglas, das man übrigens definitiv nie wieder sauber kriegen wird, und dazu 80 g Öl seiner Wahl (ich nehme da immer gern Olivenöl oder Sonnenblumenöl) und lässt das Ganze im Wasserbad ungefähr 2 Stunden leicht vor sich hin simmern, wodurch sich die lipophilen Bestandteile des Harzes lösen und ins Öl übergehen, während Rindenreste und andere nicht lösliche Verunreinigungen als klebriger, zäher Klumpen übrigbleiben. Den Auszug filtert man durch ein Haarsieb in ein weiteres Gefäß und erwärmt ihn wiederum mit Bienenwachs (je nach gewünschter Konsistenz 0,5 bis 1 Gramm pro 10 g Ölauszug) und optional einem Teelöffel Lanolin anhydrid im Wasserbad. Sobald das Bienenwachs geschmolzen ist (es empfiehlt sich eine Tropfenprobe auf einem Unterteller, ähnlich wie beim Marmeladekochen, um zu überprüfen, ob die Konsistenz stimmt; ich persönlich mag die Salbe nicht zu hart, damit ich sie leichter verreiben kann), wird die Salbe in desinfizierte Tiegel abgefüllt. Sie ist mindestens so lange haltbar wie das Trägeröl.

Bei der Lärchenharzsalbe mit gekauftem Lärchenterpentin ist die Sache noch viel einfacher, weil der Prozess des Ausziehens wegfällt. Man erwärmt einfach das Öl (plus optional Lanolin) mit dem Terpentin und dem Bienenwachs und füllt die fertige Salbe ab.

Selbstverständlich kann man hier mit Ölauszügen (zum Beispiel Johanniskraut oder Arnika) und ätherischen Ölen (zum Beispiel Zirbe, Fichte, Tanne, Kiefer...) die erwünschten Wirkungen noch weiter steigern, und selbstverständlich kann man Harz auch in Cremes verarbeiten. Dazu gibt es demnächst ein eigenes Rezept.

Die Rezeptur für die Harzsalbe hier noch einmal als Auflistung:

  • 30 g Harz
  • 80 g Öl
  • ein Teelöffel Lanolin anhydrid
  • 10 g Bienenwachs

Bitte Vorsicht - natürlich kann Harz, wie alle Rohstoffe, Allergien auslösen. Am besten trägt man die Salbe beim ersten Mal nicht großflächig auf. Sollte es zu einer allergischen Reaktion (Hautrötung,...) kommen, darf man die Salbe nicht anwenden.

[wie immer möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin noch Chemikerin oder Kosmetikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

Eine Creme für Gesicht, Körper, Hände oder Füße ist, anders als eine Salbe, die nur aus Öl und Wachs besteht, eine Emulsion aus einer wässrigen mit einer öligen Komponente, die man Wasserphase und Ölphase nennt.

Eine Cremerezeptur besteht daher grundsätzlich immer aus Wasser + Öl + Emulgator (plus eventuell Co-Emulgator und Konsistenzgeber). Je nachdem, wie das Verhältnis der wässrigen zu den öligen Komponenten ist, spricht man entweder von einer "Öl-in-Wasser" Ö/W- oder "Wasser-in-Öl" W/Ö-Formulierung.

Um die beiden - einander nicht freundlich gesonnenen - Kontrahenten Öl und Wasser zusammenzubringen, braucht man einen Emulgator, der sowohl einen hydrophilen (wasserliebenden) als auch einen lipophilen (fettliebenden) Teil hat und die beiden Flüssigkeiten zu einer stabilen Formulierung verbindet. In den allermeisten Fällen muss der Emulgator gemeinsam mit der Fettphase (feste und/oder flüssige Öle, Buttern) im Wasserbad erwärmt werden. Die Wasserphase (Wasser oder Hydrolat) erwärmt man in einem separaten Gefäß und arbeitet sie dann unter Zuhilfenahme eines Mixgerätes und/oder eines Glasrührstabes, Spatels oder einfach Löffels in die Fettphase ein, das kann je nach Emulgator tröpfchen- oder schluckweise bzw. mit der "One-Pot-Methode" erfolgen, bei der man die gesamte Wasserphase zur Fettphase gießt. Anschließend wird die Creme bis auf Handwärme gerührt, dann kann man die gewünschten Wirkstoffe hinzufügen, die Emulsion konservieren - und fertig ist das Wunderwerk. 🙂

Das klingt kompliziert? Ist es aber nicht. Die meisten Arbeitsgeräte, die für die Cremeherstellung notwendig sind, findet man in der Küche. Was man braucht, ist:

  • ein Topf oder eine Pfanne für das Erwärmen im Wasserbad
  • 2 hitzebeständige Gefäße für Fett- und Wasserphase (das können Marmeladegläser, Kaffeetassen oder natürlich auch feuerfeste Becher aus der Apotheke sein)
  • eine Küchenwaage (optimalerweise digital), die mindestens grammgenau ist (ich benutze seit jeher eine digitale Küchenwaage aus dem Hause T*bo sowie seit zwei Jahren zusätzlich eine günstige Löffelwaage vom selben Anbieter, die auch Zehntelgramm messen kann)
  • einen Löffel, Spatel, Glasrührstab (sehr praktisch sind diese langen Cocktaillöffel aus Kunststoff)
  • ein Mixgerät (ich verwende je nach Emulgator einen Mixstab mit Schneebesenaufsatz sowie einen ESGE Zauberstab mit Quirlscheibe, der schon seit langer Zeit zur Ausstattung meiner Küche gehört), zur Not und für den Anfang tut es laut unterschiedlichen Quellen auch ein Milchaufschäumer, den ich allerdings noch nie ausprobiert habe

Bevor man ans Rühren geht, sollte man immer alle Arbeitsgeräte und Flächen sowie natürlich die Hände gut reinigen und desinfizieren; die ganz Sorgfältigen machen das durch Sterilisation/Auskochen, ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich alles Zubehör ganz normal in der Spülmaschine reinige und mit Isopropylalkohol desinfiziere, bevor ich mich an die Arbeit mache.

stelle die Zutaten bereit und wiege alle Komponenten ab...
erwärme Wasser- und Fettphase im Wasserbad, bis alle festen Bestandteile in der Fettphase geschmolzen sind und die Flüssigkeit komplett klar ist. Kontrolliere eventuell mit einem digitalen Thermometer die Temperatur.
füge nun die Wasserphase zur Fettphase und rühre anfangs mit dem Schneebesenaufsatz...
... oder, bei manchen Emulgatoren, die hohe Scherkräfte benötigen, mit dem Stabmixer (hier mit einer Quirlscheibe, wie man sie für Mayonnaise u.ä. benötigt)
rühre deine Creme sanft mit dem Löffel/Glasrührstab weiter. Wenn sie nur mehr handwarm ist, kannst du empfindliche Wirkstoffe (Vitamine, Fluids,...) sowie ätherische Öle oder ein Parfumöl und ein Konservierungsmittel einarbeiten.
... 10 Minuten später: fertig ist deine Creme.

 

Ein grundsätzliches Wort zur Konservierung: eine Creme, mag sie frisch gerührt noch so schön und rein aussehen und magst du bei der Herstellung noch so sauber gearbeitet haben, verkeimt aufgrund des wässrigen Anteils ohne Konservierung selbst wenn du sie im Kühlschrank lagerst und den Inhalt mit einem Spatel entnimmst, äußerst schnell - schließlich sind allein schon unsere Küchen alles andere als sterile Reinräume, ganz zu schweigen von den Mikroorganismen, die sich in so einer Creme bei jeder Entnahme ansiedeln. Ich empfehle dir also eindringlich, deine Cremes zu konservieren. Als Selbstrührer stehen uns dabei mehrere Substanzen zur Verfügung, zum Beispiel Rokonsal, Paraben K, Biokons, Kaliumsorbat, Heliozimt und - von mir präferiert - 96%iger Weingeist, der anders als die zuvor genannten, die tropfenweise unter die fertige Creme gerührt werden, zur Wasserphase gegeben wird und bei einer Einsatzmenge von 12-15 Prozent eine Haltbarkeit von rund 6-8 Wochen ergibt. Ich persönlich konserviere meine Cremes mit Weingeist, weil meine Haut das gut verträgt, weil er keinen Eigengeruch hat und mir außerdem als "am natürlichsten" erscheint; die Wahl der Konservierung ist aber immer Geschmackssache, man muss sich da womöglich einfach durchprobieren, bis man das Richtige für sich entdeckt hat.

Und hier schließlich noch ein paar abschließende allgemeine Tips, die ich Anfängern ans Herz legen möchte:

  • so viele Inhaltsstoffe wie notwendig - so wenige wie möglich. In gekauften Produkten finden sich unzählige Inhalts-, Zusatz-, Duft- und Wirkstoffe, die viel versprechen und oft wenig halten. Mit einem guten Hydrolat, zum Beispiel Rosenwasser, einem hochwertigen Öl, zum Beispiel Mandelöl, dem äußerst einfach zu handhabenden Emulgator Lamecreme und vier Tropfen Lavendelöl kannst du dir schon eine phantastische Creme zaubern, die gut duftet und deine Haut verwöhnt.
  • rühr kleine Mengen! In all den schön aufgemachten Zeitschriften und Magazinen finden sich oft geradezu absurde Mengenangaben, über die ich nur den Kopf schütteln kann, weil kein Mensch sie in einer vernünftigen Zeitspanne verbrauchen kann. Eine gut konservierte Creme hält 6 bis maximal 8 Wochen. Rühr lieber öfter, aber dafür maximal 2 x 50 g von einer Charge. Das hat nicht zuletzt den Vorteil, dass du experimentieren kannst und es keine Katastrophe darstellt, wenn du einmal eine Creme in den Sand setzt.
  • füll deine Creme in kleine Gebinde mit maximal 50 g Fassungsvermögen ab. Günstige Tiegel und Döschen aus Kunststoff bekommst du im Fachhandel und sogar in der Apotheke. Lagere Vorräte am besten im Kühlschrank. 
  • Sollte sich eigentlich von selbst verstehen, aber: beschrifte deine Cremes und vergiss nicht das Herstellungsdatum. 🙂
  • führe, gerade anfangs, ein "Rührtagebuch"! Mein eigenes "Hexenküchenlogbuch" umfasst (von der ersten Creme weg!) sämtliche Rezepte, Anmerkungen zu Konsistenz, Duft, Einziehverhalten, Aussehen etc., Bewertungen und auch Aufzeichnungen, wenn einmal etwas nicht geklappt hat, und es wird immer dicker.
  • Lerne deine Rohstoffe kennen! Es gibt sehr gute Bücher für Einsteiger, aber allein schon das Schmökern in (Online-) Katalogen der verschiedenen Anbieter, die fast immer sehr ausführliche Beschreibungen von Ölen, Buttern, Hydrolaten, Wirkstoffen und ätherischen Ölen veröffentlichen, bringt dich enorm weiter. Frag Google und Wikipedia, tiger dich ins Pharmawiki rein, verschlinge alte Kräuterbücher, stöbere in Foren... und wann immer du Gelegenheit hast, benütze deine Sinne - riechen, schmecken, fühlen, schauen - und finde heraus, wie Rohstoffe sich anfühlen, aussehen und duften (zum Beispiel gibt es in den meisten Apotheken ätherische Öle und Tester, an denen man dich sicher gern schnuppern lassen wird).
  • Learn the rules, then break the rules. Nein, Physik, Chemie und Naturgesetze können wir nicht überlisten. 🙂 Aber im Endeffekt ist es beim Cremerühren wie beim Kuchenbacken - anfangs traut man sich kaum, auch nur ein Gramm einer Zutat irgendwo wegzulassen oder hinzuzufügen, aber mit der Zeit findet man für sich heraus, an welchen Schräubchen man drehen kann, damit Formulierungen noch besser werden, und welche Komponenten man in welchem Ausmaß ändern kann. Dieses Tüfteln und Experimentieren macht großen Spaß und lässt das ganze Thema nie langweilig werden.