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Es wird schokoladig! 🙂

Mit dieser reichhaltigen Creme, die sich von der Konsistenz her eigentlich schon anfühlt wie Bodybutter, sind meine Hände und Füße im Winter bestens versorgt. Das Tolle daran ist die unraffinierte Bio-Kakaobutter, die der Formulierung nicht nur einen unwiderstehlichen Duft nach Schoko verleiht, sondern die Haut gerade in der kalten Jahreszeit intensiv pflegt und versorgt. Klarerweise kann man auch raffinierte/desodorierte Kakaobutter nehmen, die allerdings nicht oder kaum duftet (was ein Vorteil ist, wenn man in eine andere Duftrichtung gehen will).

Kakaobutter wirkt aufgrund ihrer Zusammensetzung beruhigend auf trockene, gereizte Haut und hinterlässt ein weiches, samtiges Hautgefühl; sie soll rund um Augen und die Mundpartie auch fältchenmindernd wirken. Hier habe ich sie gemeinsam mit nativem Biokokosöl als Fettphase eingesetzt, wollte aber trotzdem noch eine Wasserphase, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass trockene Haut von einer Emulsion mit Wasserphase eher profitiert als von einer reinen Salbe. Als Wasserphase ist bei mir Orangenblütenwasser zum Einsatz gekommen; ein Allrounder, den ich für seine pflegende, beruhigende Wirkung und seinen sanften Duft schätze. Das Tüpfelchen auf dem i ist dann noch das Bienenwachs - ich liebe es gerade in Cremes für Hände und Füße, weil es einen ganz zarten Schutzfilm hinterlässt, der eine zusätzliche Pflegewirkung hat.

Die Formulierung fühlt sich ein bisschen so an wie die bekannte Handcreme von Neutrogena; sie zieht sehr schnell und rückstandsfrei ein und duftet auch ohne weitere Zugabe von Parfüm- oder ätherischen Ölen zart nach Kakao. Ich habe sie hier noch mit etwas Benzoe siam, Rosenholz und Tonka gepimpt.

Fettphase

  • 15 g Kokosöl (am besten kalt gepresst und in Bio-Qualität)
  • 15 g Kakaobutter (am besten unraffiniert und in Bio-Qualität)
  • 8 g Glyceryl Stearate, Glyceryl Stearate Citrate (Lamecreme)
  • 2 g Bienenwachs

Wasserphase

  • 80 g Orangenblütenwasser
  • 1 Msp. Allantoin

Wirkstoffphase

  • 20 Tropfen D-Panthenol
  • 1 ML/ca. 2,5 g Weihrauchtinktur
  • eventuell 2 Tropfen Benzoe siam, 1 Tropfen Rosenholz, 1 Tropfen Tonka zur Abrundung des Duftes und Steigerung der Pflegewirkung
  • Konservierung nach Wahl/Dosierung nach Herstellerangabe. Ich konserviere mit 96-prozentigem Weingeist über die Wasserphase, das sind in diesem Fall 69,7 g Orangenblütenwasser und 10,3 g Weingeist, wobei die Weihrauchtinktur zur Konservierung gezählt werden kann, da ich den Weihrauch selbst in 96-prozentigem Weingeist ausgezogen habe. Die Haltbarkeit beträgt damit 6-8 Wochen.

Und so geht's:

Fettphase - bis auf die hitzeempfindliche Kakaobutter - und Wasserphase in separaten Gefäßen gemeinsam im Wasserbad erwärmen, bis die Fettphase klar aufgeschmolzen ist; die Kakaobutter in der Restwärme zergehen lassen. Das Allantoin, so gewünscht, im Orangenblütenwasser auflösen. Die Wasserphase schluckweise zur Fettphase geben und kurz mit einem geeigneten Mixer (Schneebesenaufsatz) emulgieren, dann sanft händisch weiterrühren, bis die Emulsion auf Handwärme abgekühlt ist. Nun nach und nach die Wirkstoffe einarbeiten und in desinfizierte Tiegel abfüllen.

 

Die Radfahrer unter den Lesern werden das kennen - gerade jetzt im Sommer passiert es zumindest mir allzuleicht, dass man an anatomisch einwandfrei logischen Orten Druckstellen bekommt und sich buchstäblich einen Wolf fährt. 🙂

Gegen solchen Unbill hilft im Prinzip jede Wundschutzcreme für Babys, wie man sie von allen großen und weniger großen Marken kennt, aber als alter Selbermacherhase möchte man natürlich gerade in den sensibleren Gefilden seines Körpers weder Paraffin noch Parfümöle oder Parabene, die ja allesamt jetzt nicht unbedingt mit "Heilen" in Verbindung stehen, wenn ich es einmal höflich ausdrücke.

Deshalb rühre ich mir meine selber, und das ist wirklich nicht schwer. Voraussetzung ist, dass man sauber arbeitet, alle Arbeitsgeräte gründlich desinfiziert und wirklich gut konserviert; aber das ist ohnehin bei jeder Creme Pflicht, die in meiner Rührküche entsteht.

So eine Creme wirkt gut bei allen wunden Hautzuständen, mir hilft sie auch bei juckenden Schienbeinen, und das oft quasi über Nacht. Verantwortlich für die Wirkung ist unter anderem das Zinkoxid, das antiseptische und austrocknende Eigenschaften hat, die man gerade bei entzündlichen Zuständen in radfahrgeschädigten Körperregionen als sehr wohltuend und lindernd begrüßt.

Zinkoxid, ein weißes, lockeres Pulver, ist an sich weder wasser- noch öllöslich, es lässt sich aber ganz leicht in noch warmen Emulsionen dispergieren. Die fertige Formulierung selbst ist dann charakteristisch zäh und pastös (Stichwort Penaten) und bietet aufgrund dieser Konsistenz allein schon einen gewissen fühlbaren Schutz gegen äußere Einflüsse, Reibung etc.

Dieser Effekt wird durch den hohen Anteil an Lanolin anhydrid als Emulgator, das dem menschlichen Hautfett sehr ähnlich ist, und Bienenwachs noch gesteigert. Dazu kommt, dass man bei einer selbstgemachten Wundschutzcreme durch die Auswahl der Öle und Hydrolate bzw. Tinkturen die gewünschte Wirkung entsprechend verstärken kann. Ich habe bei diesem Rezept Lavendelauszug in Sonnenblumenöl (entzündungshemmend, hautberuhigend), Kamillenhydrolat und zusätzlich noch Kamillenextrakt verwendet, sehr gern greife ich auch zu Schafgarbenmazerat und Schafgarbentinktur.

Fettphase:

  • 22 g Lavendelmazerat
  • 6 g Bienenwachs
  • 12 g Lanolin anhydrid

Wasserphase:

  • 25 g Kamillenhydrolat
  • 1 Msp. Allantoin

Wirkstoffphase:

  • 5 g Zinkoxid in Pharmaqualität
  • 2 Messlöffel (ca. 2,5 ml) Kamillenextrakt, am besten in Weingeist
  • ein ordentlicher Schwupps D-Panthenol
  • ev. 2 Tropfen Lavendel fein und 2 Tropfen Elemi
  • optional noch einen Konservierer in der vom Hersteller angegebenen Dosierung - ich konserviere wie üblich über die Wasserphase; unter Berücksichtigung der hier eingesetzten Menge Kamillentinktur habe ich der oben angegebenen Menge noch 2 g Weingeist zugegeben und befinde mich damit in einem Konzentrationsbereich von mindestens 15 Prozent, der ausreicht, um die Creme theoretisch 6-8 Wochen haltbar zu machen. Da ich immer kleine Mengen rühre, habe ich sie aber meistens schon in der Hälfte der Zeit verbraucht.

Die Fettphase wird in einem Gefäß, die Wasserphase in einem zweiten Gefäß im Wasserbad erwärmt, bis das Bienenwachs vollständig geschmolzen ist und das Lanolin sich aufgelöst hat. Danach wird die Wasserphase schluckweise in die Fettphase eingerührt, der Einsatz eines Mixgerätes ist dabei nicht zwingend notwendig, aber ratsam. Wenn die Emulsion schön homogen ist und anzudicken beginnt (sie sollte mittlerweile Handwärme erreicht haben), kann man nach und nach die Wirkstoffe zugeben. Das Zinkoxid hebe ich mir immer bis zum Schluss auf und rühre es dann mit dem Rührgerät gut ein, sodass ich am Ende eine zwar zähe, aber glatte Creme bekomme.

 

Über Anregungen, Variationen und Ergänzungen in den Kommentaren freue ich mich wie immer sehr. Gutes Gelingen und ... gute Weiterfahrt ohne Wolf und wunden Po. 😉

 

[Disclaimer/wichtiger Hinweis: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin, Chemikerin oder Kosmetikerin noch Botanikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

Dass der Wald Heilkräfte hat und der Aufenthalt zwischen Bäumen nicht nur die Seele beruhigt, sondern auch messbar das menschliche Immunsystem stimuliert (weshalb in Japan das Waldbaden als Art umfassende Aromatherapie sogar vom Gesundheitswesen gefördert wird), war unlängst sogar im populärwissenschaftlichen Magazin P.M. zu lesen. Ich musste grinsen, denn ich bin als Landkind natürlich ohnehin von Kindesbeinen an auch ein Waldkind gewesen und fühle mich auch immer schon ganz besonders zu Bäumen hingezogen.

Eines der Geschenke des Waldes ist etwas, über das sich viele ärgern, die viel mit Holz arbeiten und oft damit in Berührung kommen: das klebrige, kaum von den Händen zu bekommende Harz der Nadelbäume.

Dieses Harz (Pech), bestehend aus Harzsäure und einer erklecklichen Menge an ätherischen Ölen, ist der Stoff, mit dem sich der Baum vor Verletzungen und Insekten schützt. Es duftet stark und hat eine (antimikrobielle) Heilwirkung, die in der Volksmedizin schon jahrhundertelang geschätzt wird und traditionell gegen viele Wehwehchen eingesetzt wurde: als Zugsalbe, bei Schürfwunden, Schnitten, Verletzungen, Rheumatismus, Schmerzen des Bewegungsapparates und Erkältungen, Husten, Halsschmerzen.

Ich habe in meiner persönlichen Kräuterapotheke immer eine Pechsalbe. Meistens erzeuge ich sie aus dem hier in meiner Gegend sehr häufig und in großen Mengen vorkommenden Fichtenharz, das man zu jeder Jahreszeit - sogar im Winter - sammeln kann. Sehr gerne arbeite ich auch mit Lärchenharz, auch genannt Venezianisches Terpentin, das ich allerdings von einem Kärntner Betrieb kaufe, weil es unwahrscheinlich schwierig ist, harzende Lärchen zu finden. (Lärchenharz kann eigentlich nur durch gezieltes Anbohren gewonnen werden, und da gibt es zum Beispiel in Kärnten tatsächlich noch Menschen, die das professionell betreiben.)

Interessant ist auch eine 1:1-Mischung der beiden Harze, wie in manchen überlieferten Rezepten vorgegeben - und wenn jemand einmal einen Dealer für Kiefernharz auftreiben sollte - bitte um sofortige Info, auf das wäre ich nämlich auch sehr gespannt (mir hat unlängst ein älterer Seifensieder versichert, das Kiefernharz wäre überhaupt das heilkräftigste, das er kennt). Die Krönung wäre natürlich Zirbenharz, aber das ist noch eine ganz andere Abteilung, die mit großen Strapazen verbunden ist, weil die Bäume nur in hohen Höhen wachsen und außerdem extrem widerstandsfähig sind. Man müsste sie damit auch aufsuchen, anbohren, einige Monate warten, wieder rauf und nachschauen, ob sich Harz gebildet hat. Sowas mache ich nicht. Zumal Zirben meines Wissens geschützt sind. Bleiben uns also die beiden Harze von Lärche und Fichte, aus denen man sich ganz wunderbare Salben herstellen kann.

Wenn ihr selber sammelt, bedenkt, dass der Baum sich mit dem Harz gegen Verletzungen schützt. BITTE seid daher so respektvoll wie es sich gehört, und nehmt vielen Bäumen jeweils ein bisschen Harz weg, nicht einem Baum viel.

Wenn man nun mit einer, zwei Handvoll ungereinigtem Harz zum Beispiel von der Fichte von so einem Waldspaziergang nach Hause gekommen ist, gibt man ca. 30 g Harz in ein Marmeladeglas, das man übrigens definitiv nie wieder sauber kriegen wird, und dazu 80 g Öl seiner Wahl (ich nehme da immer gern Olivenöl oder Sonnenblumenöl) und lässt das Ganze im Wasserbad ungefähr 2 Stunden leicht vor sich hin simmern, wodurch sich die lipophilen Bestandteile des Harzes lösen und ins Öl übergehen, während Rindenreste und andere nicht lösliche Verunreinigungen als klebriger, zäher Klumpen übrigbleiben. Den Auszug filtert man durch ein Haarsieb in ein weiteres Gefäß und erwärmt ihn wiederum mit Bienenwachs (je nach gewünschter Konsistenz 0,5 bis 1 Gramm pro 10 g Ölauszug) und optional einem Teelöffel Lanolin anhydrid im Wasserbad. Sobald das Bienenwachs geschmolzen ist (es empfiehlt sich eine Tropfenprobe auf einem Unterteller, ähnlich wie beim Marmeladekochen, um zu überprüfen, ob die Konsistenz stimmt; ich persönlich mag die Salbe nicht zu hart, damit ich sie leichter verreiben kann), wird die Salbe in desinfizierte Tiegel abgefüllt. Sie ist mindestens so lange haltbar wie das Trägeröl.

Bei der Lärchenharzsalbe mit gekauftem Lärchenterpentin ist die Sache noch viel einfacher, weil der Prozess des Ausziehens wegfällt. Man erwärmt einfach das Öl (plus optional Lanolin) mit dem Terpentin und dem Bienenwachs und füllt die fertige Salbe ab.

Selbstverständlich kann man hier mit Ölauszügen (zum Beispiel Johanniskraut oder Arnika) und ätherischen Ölen (zum Beispiel Zirbe, Fichte, Tanne, Kiefer...) die erwünschten Wirkungen noch weiter steigern, und selbstverständlich kann man Harz auch in Cremes verarbeiten. Dazu gibt es demnächst ein eigenes Rezept.

Die Rezeptur für die Harzsalbe hier noch einmal als Auflistung:

  • 30 g Harz
  • 80 g Öl
  • ein Teelöffel Lanolin anhydrid
  • 10 g Bienenwachs

Bitte Vorsicht - natürlich kann Harz, wie alle Rohstoffe, Allergien auslösen. Am besten trägt man die Salbe beim ersten Mal nicht großflächig auf. Sollte es zu einer allergischen Reaktion (Hautrötung,...) kommen, darf man die Salbe nicht anwenden.

[wie immer möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin noch Chemikerin oder Kosmetikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

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Gerade jetzt im Sommer braucht die Haut (zumindest meine - ich tendiere zu trockener Haut, leider aber auch zu Unreinheiten und Entzündungen) viel Feuchtigkeit und gern auch genug Pflege, ohne aber schwer aufzuliegen oder die Hitze zu stauen.

Lange habe ich daher nach einem Emulgator gesucht, der nicht komedogen ist und meine zickige Gesichtshaut nicht zusätzlich irritiert; im Gesicht vertrage ich persönlich nämlich weder Lame noch Emulsan, auch nicht Wollwachs, Xyliance oder Tego. Nachdem ich einiges Positives über Montanov 68 gelesen hatte, versuchte ich vor einigen Wochen zum ersten Mal mein Glück, ohne mir allzu viel zu erhoffen; aber siehe da: das geht tatsächlich gut! Der Emulgator in Form weiß-transparenter Perlen hat überhaupt ganz tolle Eigenschaften. Er ist biologisch abbaubar (BDIH- und ecocert-konform), braucht keine weiteren Co-Emulgatoren oder Konsistenzgeber und erlaubt die Herstellung von Cremes, die sich luxuriös "sahnig" und reichhaltig anfühlen, aber dennoch leicht sind, gut einziehen und ein zartes Hautgefühl hinterlassen.

Montanov 68 ist im Prinzip sehr einfach zu verarbeiten, es gibt nur drei Punkte, die man beachten muss - erstens sollte die Temperatur von Wasser- und Fettphase ca. 80 Grad Celsius betragen und zweitens braucht man zum Rühren schon ein Gerät mit genug Wumms respektive Umdrehungen - es empfiehlt sich ein ordentlicher Stabmixer, optimalerweise mit einer Quirlscheibe, wie man sie etwa zur Erzeugung von Mayonnaise benötigt. Und schließlich soll man eine Montanov-Emulsion beim Rühren nicht ins kalte Wasserbad stellen, um sie rascher abzukühlen. Ein bisschen Geduld ist hier also gefragt, aber sie lohnt sich definitiv.

Beim Rühren selber habe ich die Erfahrung gemacht, dass es am sinnvollsten ist, die Wasserphase am Stück zur Fettphase zu geben, das ganze dann ca. 2, 3 Minuten mit dem Stabmixer hochtourig zu emulgieren und anschließend händisch weiterzurühren, bis die Creme auf Handwärme abgekühlt ist und die Wirkstoffe zugegeben werden können.

Bei dem Rezept meiner Tagescreme waren nun folgende Überlegungen im Spiel: sie soll meine Haut mit extra Feuchtigkeit versorgen und von den eingesetzten Ölen her leicht, aber reichhaltig genug sein. Die Öle und Wirkstoffe könnt ihr natürlich beliebig austauschen; als Konservierung kam bei mir Weingeist mit 96 Vol. % zum Einsatz, wer das nicht verträgt, greift bitte zu einem Konservierer seines Vertrauens in der notwendigen Einsatzkonzentration.

Meine Creme geht so:

I. Fettphase:

  • 8 g Aprikosenkernöl kaltgepresst/bio
  • 2 g Klettenwurzelöl (Mazerat in Sojaöl)
  • 2,5 g Sheabutter unraffiniert weiß/fest, ökol. Anbau
  • 2,5 g Montanov

II. Wasserphase:

  • 31 g Rosenwasser
  • 4 g Weingeist 96 Vol %

III. Wirkstoffe:

1 Msp. Allantoin, gelöst in der warmen Wasserphase, 4 Tropfen Seidenprotein, 4 Tropfen Aloe Vera 10-fach, 4 Tropfen D-Panthenol, je 1 Tropfen Lavendel fein, Ylang Ylang Complete, Cananga und Elemi.

Aprikosenkernöl ist, insbesondere in kaltgepresster Qualität, eine wirkliche Wohltat. Es ist recht eng mit dem altbewährten Mandelöl verwandt, hat keinen nennenswerten Eigengeruch und ergibt wunderschöne, weiche Cremes. Vorsicht bei einer bekannten Nussallergie. Klettenwurzelöl, ein Mazerat der Klettenwurzel meist in Sojaöl, ist eine feine Sache bei empfindlicher Haut, ich habe gerade bei Entzündungen und Juckreiz beste Erfahrungen damit gemacht. Man kann das Mazerat selbst herstellen, in meinem Fall ist es diesmal gekauft. Sheabutter ist ein absolut wunderbarer Rohstoff, der in Emulsionen sehr pflegend wirkt, ohne sie schwer und fettig zu machen und, anders als Kakaobutter, die ich in Formulierungen für Hände, Körper und Füße liebe, auch nicht komedogen ist. Shea gibt es in den unterschiedlichsten Qualitäten zu kaufen. Sie hat in völlig unraffiniertem Zustand einen recht eigenwilligen Eigengeruch, der nicht jeder Nase gefällt. Wer es neutral mag, greift am besten zu einer weißen/festen Variante; im Zweifelsfall sollte man beim Rohstoffhändler nachfragen.

Rosenwasser ist der Allrounder schlechthin - es ist für alle Hauttypen geeignet, duftet einfach wunderbar und wirkt pflegend, hautberuhigend und tonisierend.

Allantoin und D-Panthenol sind für mich Allround-Wirkstoffe, die ich so ziemlich jeder Creme zugebe. Allantoin wird eine zellregenerierende, entzündungshemmende, hautberuhigende Wirkung nachgesagt, D-Panthenol steigert das Feuchthaltevermögen der Haut, ist sogar wundheilungsfördernd und kann ohne Bedenken gerade bei empfindlicher Haut eingesetzt werden. Aloe Vera 10-fach Konzentrat ist ein wunderbarer Wirkstoff für feuchtigkeitsarme, irritierte Haut. Seidenprotein wirkt ebenfalls feuchtigkeitsspendend, es sorgt in der Creme außerdem für ein luxuriöses, seidiges Gefühl beim Auftragen. Die Kombination der ätherischen Öle ergibt einen für meine Nase wunderschönen Duft (ich nenne ihn "Natur-Nivea") - daneben haben sie auch alle unterm Strich eine hautberuhigende, feuchtigkeitsspendende Wirkung. (Über ätherische Öle und ihre Wirkungsweise möchte ich mich hier mangels Ausbildung aber nicht ausbreiten, ich weiß nur, was ich mir selber angelesen habe und gehe außerdem der Nase nach - bitte fragt bei näherem Interesse Google und/oder einen Aromatherapeuten eures Vertrauens!)

 

[wie immer möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin noch Chemikerin oder Kosmetikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

Mit dem Wollwachsalkohol, dem Unverseifbaren des Wollwachses (Lanolin), haben wir einen ganz besonderen Emulgator vor uns, der uns erlaubt, eine Wasser-in-Öl-Emulsion ganz ohne technische Hilfsmittel herzustellen.

Der Rohstoff wird in Form von kleinen, weiß-gelblichen Pastillen angeboten und hat eine Reihe von wunderschönen Eigenschaften - er ist ein natürlicher Rohstoff, daneben (zumindest für meine Nase) ohne Eigengeruch, hat (wie das Lanolin - aber ohne dessen klebrige Haptik) eine ausgesprochen pflegende und rückfettende Wirkung und wirkt bei angegriffener Haut oft wahre Wunder. Ich setze ihn gern für richtig dicke Hand- und Fußcremes ein, eben überall dort, wo ich die volle Pflegepackung benötige.

mein Basisrezept für die Wollwachscreme (das ich vor einigen Jahren einmal fotografisch dokumentiert habe, daher bitte nicht über die MHDs auf den Verpackungen wundern...) besteht aus:

Fettphase:

  • 20 g Öl (zum Beispiel Mandelöl)
  • 5 g Wirkstofföl (zum Beispiel Schafgarben-, Rosen- oder Lavendelmazerat)
  • 2 g Sheabutter (oder Kakaobutter)
  • 1 g Wachs (zum Beispiel Bienenwachs, oder auch Rosen-, Jasmin-, Mimosenwachs, die diese Creme dann zu einem duftenden Luxusprodukt machen - in diesem Fall hatte ich das blumig duftende Mimosenwachs verwendet.)
  • 5 g Wollwachsalkohol

Wasserphase:

  • 30 g destilliertes Wasser oder Hydrolat - hier 26 g Rosenwasser und 4 g 96%iger Weingeist zur Konservierung
  • 1 Msp. Allantoin, falls erwünscht

Wirkstoffphase (je nach Gusto, Einsatzgebiet und Verfügbarkeit):

  • 7 Tropfen D-Panthenol
  • 1 ML Calendula-, Schafgarben- oder Kamillenextrakt
  • bis zu 4 Tropfen ätherische Öle (in diesem Fall waren es 2 Tropfen Rose absolue und 1 Tropfen Magnolie

und so einfach gehts - Schritt für Schritt:

alle Zutaten abwiegen und bereitstellen..
... Öle, Butter, Wachs und Wollwachsalkohol sowie das Wasser/Rosenwasser mit dem Allantoin in separaten Gefäßen im Wasserbad erwärmen, bis die Fettphase klar aufgeschmolzen ist ...
... Wasserphase unter ständigem Rühren in kleinen Portionen in die Fettphase einarbeiten ...
... *sanft* und geduldig rühren (nicht mixen, das mag der Wollwachsalkohol nicht!), bis die Creme so weit abgekühlt ist, dass nach und nach die Wirkstoffe eingearbeitet werden können. Bis zum vollständigen Erkalten und der richtigen Konsistenz weiterrühren - die Creme ist zuerst extrem dünnflüssig, wird dann fluffig und schließlich, Ausdauer lohnt sich, schön dick, opak und homogen.
... in ein desinfiziertes Cremetiegelchen abfüllen und mit dem Herstellungsdatum beschriften.

 

 

[wie immer möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin noch Chemikerin oder Kosmetikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

 

 

im Sommer ist unsere Haut durstig und der Gedanke an Kokosöl nicht fern, daher zeige ich euch heute ein supersimples Rezept mit ganz wenigen Zutaten für eine zart duftende, buttrige Creme mit Kokosöl, die ich gern für den ganzen Körper und insbesondere als Handpflege benütze. Kaltgepresstes Kokosöl sogar in Bioqualität gibt es ja mittlerweile in jedem Supermarkt (aber Achtung, ich meine nicht die gehärteten Produkte à la Ceres, sondern das ungehärtete Fett, das in Gläsern abgefüllt ist). Das Kokosöl wirkt hautberuhigend, glättend und nährend und verleiht der Creme auch ohne weitere Parfümierung einen wunderbar zarten Duft.

Du brauchst:

  • 18 g kaltgepresstes Kokosöl, am besten in Bioqualität
  • 4 g Lamecreme*
  • 30 g destilliertes Wasser oder Hydrolat oder, wenn du mit Weingeist konservieren willst, 26 g Wasser/Hydrolat und 4 g 96%igen Weingeist
  • optional 7 Tropfen D-Panthenol**, eine Messerspitze Allantoin***, 4 Tropfen Benzoe siam**** oder ein anderes ätherisches Öl, das dir gefällt.

gib das Kokosöl und die Lamecreme (= die Fettphase) in ein Gefäß und das destillierte Wasser/Hydrolat (= die Wasserphase) in ein weiteres. Die beiden Gebinde werden nun gemeinsam im Wasserbad erwärmt, bis die Lamecreme klar aufgeschmolzen ist. Anschließend wird das Wasser/Hydrolat schluckweise unter die Fettphase gerührt, am besten gelingt das mit einem Stabmixer mit kleinem Schneebesenaufsatz. Sobald die Emulsion andickt, und das geht in diesem Fall sehr schnell, wird sanft händisch weitergerührt. Ist die Creme auf Handwärme abgekühlt, kannst du die Wirkstoffe, zum Beispiel D-Panthenol und ätherische Öle sowie die Konservierung unterrühren und brauchst dein Cremchen nur noch in ein - bitte zuvor gründlich gereinigtes und (zum Beispiel mit Isopropylalkohol) desinfiziertes - Gebinde abfüllen.

ob man sich bei der Wasserphase für destilliertes Wasser oder ein Hydrolat entscheidet, ist reine Geschmackssache. Ich rühre diese Creme sehr gern mit Orangenblütenwasser, weil es nicht nur sehr gut duftet, sondern auch für alle Hauttypen geeignet ist und pflegende, hautverfeinernde Eigenschaften hat.

*Lamecreme aka Glyceryl Stearate, Glyceryl Stearate Citrate ist der wahrscheinlich am leichtesten zu verarbeitende Emulgator, den ich kenne. Er ist äußerst einfach in der Handhabe, braucht keinen weiteren Co-Emulgator oder Konsistenzgeber, schmilzt bei ca. 65 Grad und erzeugt wunderschöne, zarte Emulsionen, die sich leicht auftragen lassen, gut einziehen und ein gepflegtes Hautgefühl erzeugen. Lame ist in sich schon sehr reichhaltig und pflegend und für normale bis trockene Haut bestens geeignet. Man benötigt zur Verarbeitung keine hohen Scherkräfte, ich habe schon von einigen Rührerinnen gehört, die ihn sogar mit dem Milchaufschäumer emulgieren. Als Alleskönner kann man ihn für leichte Lotionen genauso einsetzen wie für mollig-dicke Bodybutter. Auch verträgt er locker die weitere Zugabe von Flüssigkeit bis zur gewünschten Konsistenz. Man erhält ihn bei allen Anbietern von naturkosmetischen Rohstoffen und mittlerweile sogar auf Amazon.

**D-Panthenol ist ein klarer, geruchloser, etwas zähflüssiger Wirkstoff, der im Körper zu Vitamin B5 umgewandelt wird und aufgrund seiner hautberuhigenden, entzündungshemmenden und sogar wundheilenden Eigenschaften bei mir standardmäßig in fast jede Creme kommt. Man erhält ihn ebenfalls bei allen Rohstoffanbietern.

***Allantoin bewirkt die Beschleunigung des Zellaufbaus, der Zellbildung oder der Zellregeneration und beruhigt die Haut, es steht uns als feines Pulver zur Verfügung, das in der Wasserphase aufgelöst wird - erhältlich ebenfalls überall, wo es Rohstoffe fürs Selberrühren gibt.

****Benzoe siam ist ein ätherisches Öl, eigentlich ein Harz, das durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird. Es hat hautberuhigende und sogar antiseptische Eigenschaften und duftet wunderbar nach Vanille, daher passt es sehr gut ins Duftgefüge dieser Creme. Gut vorstellbar sind hier auch Orange (aber Vorsicht, Zitrusöle können die Haut lichtempfindlich machen, daher sollte man sie nicht vor dem Sonnenbad auftragen!) oder auch Ylang Ylang bzw. eine Kombination daraus. Ätherische Öle erhält man bei den unterschiedlichsten Anbietern für kosmetische Rohstoffe, auf Amazon und natürlich in der Apotheke.

[Disclaimer/wichtiger Hinweis: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin, Chemikerin oder Kosmetikerin noch Botanikerin oder Astronautin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]