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Spitzwegerichsalbe gegen Stiche aller Art

Eine Salbe, die mich draußen immer begleitet und mir heuer schon einige Male gegen fiese Attacken kleiner, stechender Flugobjekte geholfen hat, ist die Spitzwegerichsalbe. Spitzwegerich wächst eigentlich in unseren Breiten überall und ist eines der besten Mittel gegen alles, was juckt und brennt. Landkinder kennen das: Du hast dich gebrennesselt? Dich hat eine Bremse gestochen? Du bist durchs Gestrüpp und hast leuchtend rote Kratzer, die richtig unangenehm sind? Such dir ein paar Blätter Spitzwegerich, zerreibe sie zwischen den Fingern, bis der Saft austritt, und trage Saft und Blätter auf die betroffene Hautpartie auf. Funktioniert so gut wie immer. 🙂

Nun ist es zwar so, dass der frische Saft der Pflanze definitiv am wirksamsten ist, man aber erstens nicht immer Lust auf völlig eingesaute Hände hat und es zweitens tatsächlich vorkommen kann, dass man (zum Beispiel tief im Wald) längere Zeit gar keinen Spitzwegerich antrifft: da ist es dann ratsam, immer ein Döschen Spitzwegerichsalbe mitzuhaben, und wie man die macht, erkläre ich euch heute.

bedenke bitte, dass man Spitzwegerich vom Frühling bis ganz spät im Jahr auf ziemlich allen Wiesen findet; mach also nicht unbedingt gleich kiloweise Salbe, sondern nimm nur soviel, wie du benötigst. Diese Salbe geht so schnell, dass man sie immer einmal mehr oder weniger zwischendurch herstellen kann, und je frischer, desto besser.

Da wir hier ausschließlich mit Fett und Wachs arbeiten, brauchen wir auch keine Konservierung. Die Haltbarkeit richtet sich nach der Haltbarkeit des verwendeten Öls. Man kann entweder zu Oliven-, oder Sonnenblumen-, Distel-, Raps- oder natürlich auch etwas edlerem wie Mandelöl greifen; ich nehme meistens Distelöl, weil es sehr gut haltbar ist und nicht so schwer aufliegt wie Olivenöl. Aber das ist einfach Geschmackssache.

Ich fülle die Salbe immer in Döschen à 15 g ab, die ich in der Apotheke kaufe, sie sind zwar leider aus Kunststoff, aber wirklich praktisch, wenn man unterwegs ist.

Für die Spitzwegerichsalbe benötigst du:

  • eine Handvoll Spitzwegerich, so fein wie möglich geschnitten
  • etwa 50 g Öl deiner Wahl
  • 1 Marmeladenglas + Topf fürs Wasserbad, ein zweites feuerfestes Gebinde (zum Beispiel einen Kaffeebecher), einen Trichter und einen Kaffeefilter
  • ca. 5 g Bienenwachs
  • optional einen Klecks Lanolin anhydrid
  • eventuell ätherische Öle: Limette und/oder Lavendel fein (pro 10 g Salbe 1 Tropfen)

zuerst brauchen wir einen warmen Ölauszug aus frischem Spitzwegerich: gib den geschnittenen Spitzwegerich in das Glas, übergieße ihn mit dem Öl und erwärme ihn im Wasserbad. Das Ganze sollte eine bis zwei Stunden leise vor sich hin simmern, wobei man ruhig auch zwischendurch einmal den Herd abschalten und es etwas abkühlen lassen kann. Wichtig ist, öfter einmal umzurühren. Nach ca. zwei Stunden wird die ganze Geschichte durch einen Kaffeefilter in das zweite Rührgefäß abgeseiht und mit dem Bienenwachs (und, wenn man möchte, dem Lanolin anhydrid) wieder erwärmt, wobei als Faustregel auf 10 g Ölauszug 1 g Bienenwachs kommt. Von der Konsistenz her sollte die Salbe relativ fest werden, was in Hinblick auf die Mitnahme zum Beispiel bei langen Sommerwanderungen nicht das schlechteste ist. 🙂 Um die perfekte Konsistenz herauszufinden, empfiehlt sich bei Salben generell immer die Tröpfchenprobe (ähnlich der Gelierprobe beim Marmeladekochen): einfach einen Tropfen auf einen Teller geben, kurz abkühlen lassen und die Festigkeit testen. Erscheint einem die Konsistenz zu hart, einfach noch ein bisschen Öl zugeben, bleibt die Mischung zu flüssig, mehr Bienenwachs hinzufügen. Das bekommt man aber sehr bald ins Gefühl, und wie gesagt, mit 1 g Wachs auf 10 g Öl liegt man meistens ganz gut.

Zum Schluss noch die ätherischen Öle unterrühren (Limette und/oder Lavendel duften nicht nur gut, sie wirken auch antibakteriell, adstringierend und gegen Juckreiz), abfüllen und beschriften.

Achtung, Limette kann phototoxisch wirken - deshalb bitte unbedingt Vorsicht mit der Dosierung. Laut der sehr guten Website Aroma 1x1 liegt die Maximaldosierung bei 14 Tropfen pro 100 ml. Quelle: http://aroma1x1.com/phototoxische-aetherische-oele/

 

[wie immer möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin noch Chemikerin oder Kosmetikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

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