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Lavendelölauszug

Es ist Sommer, es ist heiß, überall blüht und summt es - Hochsaison für Selbermacher. 🙂 Heuer ist ein extrem gutes Jahr, und bei mir zuhause träumt in der warmen Jahreszeit eigentlich sowieso immer der eine oder anderen Ölauszug seiner Vollendung entgegen: Gundermann, Löwenzahn und Gänseblümchen im Frühjahr, Schafgarbe, Johanniskraut, Ringelblume und Lavendel dann später. Der Mann nennt die Gläser liebevoll "Aquarien" und schüttelt sie auch gern einmal dann und wann - praktisch, denn das ist bei Ölauszügen wichtig, damit sich die Wirkstoffe aus dem Pflanzenmaterial lösen können.

Wer einen Garten hat und dortselbst gar Lavendel, hat es jetzt überhaupt gut. Schon einmal Lavendelöl ausgezogen? Nein? Dann solltest du dir das unbedingt gönnen. Und keine Sorge, wenn du keinen Garten hast (ich bin im Moment auch nur Balkongärtnerin mit beschränktem Platzangebot...) - das funktioniert auch hervorragend mit getrockneten Lavendelblüten aus der Apotheke oder aus dem Bioladen. Wenn du deinen Lavendel selber erntest, solltest du die Pflanzen vorher ein paar Tage trocknen lassen, damit dein Ölansatz durch die Feuchtigkeit nicht schimmeln kann.

Für das Mazerat einfach die Blüten (auch das zerkleinerte Kraut selbst, wenn du es zur Verfügung hast) in ein Glas geben (ca. 3-4 EL pro 250 g Öl), gut mit den Fingern (oder beispielsweise mit dem Stielende eines Kochlöffels) andrücken, bis du in einer Duftwolke sitzt, dann mit einem guten, möglichst duftneutralen Öl auffüllen (besonders gut eignen sich zum Beispiel Distel-, Mandel-, Traubenkern- und Sonnenblumenöl; Olivenöl ist aufgrund seines starken Eigengeruchs hier nicht optimal), sodass die Blüten zur Gänze bedeckt sind, fest zuschrauben und mindestens vier Wochen an einem schattigen Platz ausziehen lassen. Möglichst einmal am Tag sollte das Glas geschwenkt oder geschüttelt werden, damit die Wirkstoffe noch besser ins Öl übergehen können.

Übrigens scheiden sich die Geister nach wie vor daran, ob man Ölauszüge generell in die Sonne oder in den Schatten stellen soll. Mir persönlich erscheint es plausibel, dass Öle per se lichtempfindlich sind und daher nicht ins Sonnenlicht gehören. Das einzige Mazerat, das ich definitiv an einem sonnigen Plätzchen ausziehen lasse, ist das Johanniskrautöl, aber dem widme ich demnächst ohnehin einen eigenen Beitrag.

Nach vier Wochen kann man das Öl dann abseihen (durch ein Leinentuch oder, so mache ich das immer, durch einen Kaffeefilter) und entweder pur für die Körperpflege nach dem Duschen/Baden, als Massageöl oder natürlich als duftende Zutat für Cremes und Salben verwenden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Natürlich ist ein solcher Lavendelölauszug wesentlich weniger wirksam als ätherisches Lavendelöl, er duftet aber wunderbar nach Lavendel und hat sicher noch die eine oder andere Eigenschaft, die wir am Lavendel so schätzen - zum Beispiel die erfrischende, pflegende, beruhigende und insektenabweisende Wirkung.

Ein solches Mazerat ist ca. 6 Monate haltbar (ich richte mich immer nach dem Haltbarkeitsdatum des Trägeröls). Da getrocknete Lavendelblüten ohnehin das ganze Jahr über zur Verfügung stehen, sollte man immer daran denken, nicht zuviel auf einmal auszuziehen; es wäre schade um die guten Rohstoffe.

In diesem Sinne: viel Spaß beim Mazerieren - und bei Fragen könnt ihr mir natürlich gern einfach einen Kommentar hinterlassen. 🙂

frisch angesetzter Lavendelölauszug
... aus gekauften Lavendelblüten in Sonnenblumenöl

 

[wie immer möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich weder Aromatherapeutin, Pharmazeutin, Biologin noch Chemikerin oder Kosmetikerin bin - die Verwendung meiner Rezepturen erfolgt daher auf eigene Gefahr und Verantwortung.]

2 Gedanken zu „Lavendelölauszug

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